München/Dresden - Stillstand beim insolventen Speicherchiphersteller Qimonda
: Im Werk Dresden wurde die Arbeit am Dienstag zu Beginn der Frühschicht nicht wieder aufgenommen. Das teilte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit. Die meisten der 2700 Beschäftigten in Dresden sowie der rund 1100 Mitarbeiter in München mussten ihre Schreibtische räumen. Sie wechseln nun in eine Transfergesellschaft.
Findet sich doch noch ein Investor, können sie auf Rückkehr hoffen. "Das ist ein ganz bitterer Tag und hoffentlich kein Abschied für immer", sagte ein Mitarbeiter am Nachmittag beim Verlassen des Werkes. In den Bürogebäuden wurden die Jalousien heruntergelassen.
Die Suche nach einem Investor gehe weiter, sagte der Sprecher von Jaffé. Man spreche nach wie vor mit potentiellen Interessenten aus China und Taiwan. Das Amtsgericht München will am Mittwoch entscheiden, ob das Insolvenzverfahren über Qimonda eröffnet wird. In Unternehmenskreisen hieß es, dies gelte als sicher.
Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) warb am Wochenende in einem Gespräch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Hilfen des Bundes für Qimonda, eine Tochter des ehemaligen Dax-Konzerns Infineon
. Regierungssprecher Peter Zimmermann sagte, Tillich habe in dem Gespräch die Bedeutung von Qimonda für die Mikroelektronik in Deutschland und Europa betont. Die Kanzlerin habe Unterstützung zugesagt. Nähere Angaben dazu machte er nicht.
Direkt bei Qimonda sollen in München 300 und in Dresden 500 Mitarbeiter verbleiben. Dort soll die Technologieentwicklung weitergehen. 200 Mitarbeiter sollen zudem die Reinsträume der Fabrik betriebsbereit halten und die Anlagen kontrolliert herunterfahren.
Der Sprecher sagte: "Die Lichter sind nicht aus." Unterdessen hat sich Qimonda ein wenig Luft verschafft. Mit einem Kredit über 21 Millionen Euro und Hilfen des Mutterkonzerns Infineon sei die Finanzierung von Transfergesellschaften für die Mitarbeiter für bis zu viereinhalb Monate gesichert, hieß es. In Dresden entschieden sich bereits mehr als 93 Prozent der Beschäftigten für einen Wechsel in diese Gesellschaften.
wal/AP
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