Berlin - Renate Künast ist mit Rüdiger Grube als möglichem neuen Chef der Deutschen Bahn nicht einverstanden. "Das ist kein Neuanfang, Frau Merkel", sagte Künast im Bundestag.
Die Koalitionsspitze hatte am Mittwoch Daimler-Vorstand Grube, 57, als größten Favoriten auf die Nachfolge des zurückgetretenen Bahn-Chefs Hartmut Mehdorn bezeichnet. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.
"Mit Mehdorns ehemaligem Assistenten bei der Dasa droht mehr vom Gleichen", sagte Künast. Wer eine kundenfreundliche Bahn wolle, müsse endlich einen Bahnkenner an die Spitze des Unternehmens stellen, forderte die 53-jährige Fraktionschefin der Grünen.
"Nach zehn Jahren Mehdorn gibt es keinen Bedarf für einen weiteren Möchtegern-Überflieger aus der Luftfahrt." Die Koalition müsse endlich die Voraussetzungen für einen modernen Schienenverkehr schaffen. "Mit Grube soll jetzt parteipolitisch kurzsichtig eine Personalie gelöst werden, obwohl es noch kein zukunftsfähiges Bahn-Konzept gibt", so Künast.
Mehdorn, der wegen der Datenaffäre bei der Bahn immer stärker unter Druck geraten war, hatte am Montag nach der Vorstellung der Jahresbilanz seinen Rücktritt verkündet. Er hatte in der Regierung jeden Rückhalt verloren.
hut/AP
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