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Ideen des Personals Mitarbeiter sparen Daimler 109 Millionen Euro

Daimler hat das kreative Potential seiner Mitarbeiter genutzt - und rund 40.000 Sparvorschläge aus den Reihen des Personals umgesetzt. Insgesamt reduziert der Stuttgarter Autohersteller damit seine Kosten um 109 Millionen Euro.

Stuttgart - Vorschläge findiger Mitarbeiter haben dem Autobauer Daimler im vergangenen Jahr rund 109 Millionen Euro gespart. Die Beschäftigten erhielten dafür Prämien in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Daimler-Mitarbeiter: Kartons schreddern und als Verpackungsmaterial nutzen
AP

Daimler-Mitarbeiter: Kartons schreddern und als Verpackungsmaterial nutzen

Zu den Verbesserungsvorschlägen gehörte etwa, Kartons von Lieferungen nicht wegzuwerfen, sondern zu schreddern und als Verpackungsmaterial wiederzuverwenden. Von 93.000 eingereichten Vorschlägen setzte Daimler rund 40.000 um. Die Ideen könnten "gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht hoch genug angerechnet werden", sagte Personalvorstand Günther Fleig.

Mitten in der dramatischen Autokrise will Daimler-Chef Dieter Zetsche die Aktionäre des Unternehmens über den künftigen Kurs informieren. Es wird erwartet, dass Zetsche sich auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin zum dramatisch eingebrochen Absatz und dem geplanten Milliarden- Sparprogramm äußert. Einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr wird der Konzernlenker voraussichtlich nicht geben. Im Februar hatte Zetsche rote Zahlen im ersten Quartal angekündigt. Für das Gesamtjahr rechnet er mit weniger Absatz, Umsatz und Gewinn.

Zetsche soll nach dem Willen der Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) in diesem Jahr wegen der Krise höchstens ein Grundgehalt von 500.000 Euro bekommen. Es dürfe nicht nur bei den übrigen Mitarbeitern gespart werden, forderte die Gruppe von Kleinaktionären am Montag in Stuttgart. Im vergangenen Jahr hatte Zetsche ein Grundgehalt von 1,5 Millionen Euro bekommen.

Daimler hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Sparkurs wegen der dramatischen Absatzeinbußen zu verschärfen und den Beschäftigten herbe Lohneinbußen abzuverlangen. Mit einem Bündel von Maßnahmen wollen die Stuttgarter bei den Personalkosten in diesem Jahr zwei Milliarden Euro sparen. Von diesen Plänen, über die mit dem Betriebsrat verhandelt wird, sind die 141.000 Beschäftigten der Daimler AG in Deutschland betroffen. Der Vorstand will beispielsweise die Wochenarbeitszeit für 73.000 Mitarbeiter um bis zu fünf Stunden ohne Lohnausgleich verkürzen, weniger Zuschuss zum Kurzarbeitergeld bei 68 000 Beschäftigten zahlen und die für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung verschieben.

Auf dem Aktionärstreffen soll angesichts der angespannten Lage über eine Kappung der Dividende von 2,00 Euro auf 0,60 Euro entschieden werden. Die KAD fordern, komplett auf die Ausschüttung der Dividende von 556 Millionen Euro zu verzichten.

Thema auf der Hauptversammlung wird auch der neue Großaktionär Abu Dhabi sein. Das Emirat war vor gut zwei Wochen für rund zwei Milliarden Euro mit 9,1 Prozent bei den Stuttgartern eingestiegen. Gemeinsam mit dem neuen Investor will Daimler etwa die Entwicklung von Elektroautos und leichten Verbundwerkstoffen für spritsparende Fahrzeuge vorantreiben.

Ein weiterer Tagesordnungspunkte ist die Wahl neuer Vertreter in das Kontrollgremium des Autobauers. Mit Ablauf der Hauptversammlung löst außerdem Wilfried Porth Personalvorstand Fleig ab. Porths Nachfolger als Leiter des Transporter-Geschäfts von Daimler wird Wolfgang Bernhard.

kaz/dpa

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