Wirtschaft



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09.04.2009
 

Krisenbank

Bund bietet 1,39 Euro pro Hypo-Real-Estate-Aktie

Der Bund hat den Aktionären der maroden Immobilienbank Hypo Real Estate ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet: Die Offerte liegt bei 1,39 Euro je Aktie - und fällt damit höher aus als erwartet.

Berlin/München - Der staatliche Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin hat das Übernahmeangebot für den strauchelnden Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) Chart zeigen vorgelegt: Je HRE-Aktie bietet der Soffin im Namen der Bundesrepublik Deutschland 1,39 Euro, wie aus der am Donnerstag vorgelegten Angebotsunterlage hervorgeht.

HRE-Logo: Bund unterbreitet Übernahmeofferte
AP

HRE-Logo: Bund unterbreitet Übernahmeofferte

Die Offerte fällt damit höher aus als bislang angenommen. In Medienberichten war zuvor von 1,26 Euro pro Anteilsschein die Rede. "Das Angebot ist die Gelegenheit für die HRE-Aktionäre, zu einem attraktiven Preis aus ihrem Investment auszusteigen", heißt es in der Mitteilung des Soffin.

Für alle Aktien, die sich noch nicht im Eigentum des Rettungsfonds befinden, würden den Angaben zufolge 290 Millionen Euro fällig. "Eine Insolvenz der HRE hätte substantielle, kaum abschätzbare Auswirkungen auf die nationalen und internationalen Finanzmärkte", heißt es in der Mitteilung weiter. Einen Zeitplan für die Übernahme nannte der Fonds nicht. Allerdings solle das Angebot "sehr zügig" durchgeführt werden.

Für eine Mehrheit an der Bank braucht der Bund, der bereits Anteile an dem Institut hält, 41,3 Prozent der Aktien. Die Regierung strebt die Mehrheit an dem börsennotierten Konzern an, um dessen Pleite und weitere Turbulenzen am Finanzmarkt abzuwenden. Weiteres Ziel ist die Sicherung der schon gewährten staatlichen und privaten Hilfen von 102 Milliarden Euro. Ohne diese Garantien wäre die HRE längst zusammengebrochen.

Erst am Dienstag hatte Bundespräsident Horst Köhler das Banken-Enteignungsgesetz unterzeichnet. Die Regelung tritt am Donnerstag in Kraft. Auf der Grundlage des von Köhler unterschriebenen Rettungsübernahmegesetzes kann der Bund die Aktionäre enteignen, wenn die Verhandlungen über einen freiwilligen Verkauf gescheitert sind.

Streit mit Großaktionär Flowers

Damit hat die Regierung auch die Möglichkeit, den US-Großaktionär Christopher Flowers zu enteignen, der 24 Prozent der HRE-Anteile hält. Flowers hat seine Zustimmung zur Verstaatlichung der Bank bislang strikt verweigert und bereits mit rechtlichen Schritten gegen eine Enteignung gedroht. Die Bundesregierung hofft trotzdem noch auf ein Einlenken.

Das Übernahmeverfahren nach dem Wertpapierübernahmegesetz braucht Zeit. Danach wird nicht sofort ein Übernahmeangebot auf den Tisch gelegt, sondern zunächst wird die Absicht dazu öffentlich bekundet und bei der Bundesaufsichtsanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) angekündigt. Die Bafin kann dies laut Gesetz bis zu zehn Tage prüfen, wie das Ministerium erläuterte.

Erst nach Abschluss der Prüfung werde das konkrete Angebot vorgelegt. Scheitert dieser Plan, will die Regierung das Enteignungsverfahren einleiten. Spätester Zeitpunkt dafür ist laut Gesetz der 30. Juni.

suc/dpa/AP

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