Berlin - Die Gewerkschaften waren entscheidend für seinen Rückzug verantwortlich, Hartmut Mehdorn sagt nun, er wisse gar nicht, warum: "Ich habe nie ein Problem mit Gewerkschaften gehabt, nie ein Problem mit Betriebsräten gehabt", sagte Mehdorn der Nachrichtenagentur Reuters.
Hartmut Mehdorn: "Ich bin noch ganz perplex"
Derzeit macht der scheidende Bahn-Chef Urlaub in Frankreich. Er sagte, das Verhältnis zu den Arbeitnehmervertretern von Transnet und GDBA sei gut gewesen: "Die haben eigentlich auch immer profitiert von unserer Arbeit. Was da passiert ist, weiß ich nicht. Das muss man dann mal mit ein bisschen Abstand angucken." Die von Transnet und GDBA gestellten Aufsichtsräte hatten Mehdorn nach Angaben aus ihren Kreisen bei der Aufsichtsratssitzung zu Konsequenzen in der Datenaffäre aufgefordert. Als er sich geweigert habe, sei sein Rücktritt gefordert worden.
Entschieden wehrt sich der amtierende Bahn-Chef gegen Vorwürfe, er wolle für sein Ausscheiden noch eine Abfindung: "Es geht um keine Abfindung, will ich auch gar nicht, es geht einfach um Vertragserfüllung." Daher seien Vorwürfe der Maßlosigkeit abwegig. "Das ist jetzt so eine Welle."
Die Regierung hatte appelliert, angesichts der Diskussion um Managerbezüge ein "gewisses Gebot zur Mäßigung zu berücksichtigen". Ein Regierungssprecher räumte aber ein, er kenne Mehdorns Arbeitsvertrag nicht, der formal noch bis Mitte 2011 läuft. "Da wird Stimmung gemacht, da kann man sich nicht wehren, das ist eben das Problem", sagte Mehdorn.
cte/Reuters
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