Wirtschaft



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12.04.2009
 

Hyperinflation

Simbabwe schafft eigene Währung ab

Die Inflation in Simbabwe liegt bei astronomischen 230 Millionen Prozent - jetzt beschließt die Regierung eine Notaktion: Laut einem Pressebericht wird der Simbabwe-Dollar für mindestens ein Jahr aus dem Verkehr gezogen, als Ersatz sind ausländische Währungen zugelassen.

Harare - Bittere Armut, eine Arbeitslosigkeit von mehr als 90 Prozent - und die höchste Inflation der Welt: Simbabwe liegt wirtschaftlich am Boden. Jetzt hat sich die Regierung offenbar entschlossen, zumindest das Problem der Teuerung anzugehen.

Eine-Million-Dollar-Note (im November 2008): Nichts stützt die Währung
DPA

Eine-Million-Dollar-Note (im November 2008): Nichts stützt die Währung

Aktuell liegt die Hyperinflation bei mehr als 230 Millionen Prozent. Laut einem Medienbericht schafft das Land nun seine eigene Währung ab. Der Simbabwe-Dollar werde mindestens für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen, meldet die staatlich kontrollierte "Sunday Mail". Erst wenn die Industrieproduktion wieder anspringe, könne über eine Wiedereinführung nachgedacht werden. Derzeit gebe es nichts, was die Währung stütze, zitierte die Zeitung Wirtschafts- und Entwicklungsminister Elton Mangoma.

Die Regierung hatte bereits im Januar mehrere ausländische Währungen als Zahlungsmittel zugelassen in der Hoffung, so die galoppierende Inflation zumindest zu bremsen. Darunter sind der Euro, der US-Dollar und der südafrikanische Rand.

Kritiker werfen Präsident Robert Mugabe vor, durch politische Fehlentscheidungen wie die Enteignung weißer Farmer für den wirtschaftlichen Niedergang Simbabwes verantwortlich zu sein. Dagegen beschuldigt der 85-jährige Mugabe, der seit bald drei Jahrzehnten an der Macht ist, Gegner seiner nationalistisch ausgerichteten Politik, die Wirtschaft gezielt sabotiert zu haben.

Die Lage in dem verarmten Land, das einst als Kornkammer Afrikas galt, ist prekär: Es fehlt an ausländischen Devisen. Hinzu kommt eine Cholera-Epidemie. Der Staat ist auf internationale Hilfe angewiesen, doch potentielle westliche Geberstaaten halten sich zurück. Sie fordern von der erst kürzlich nach langem Tauziehen zustande gekommenen Einheitsregierung von Mugabe und dem bisherigen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai Fortschritte bei politischen und wirtschaftlichen Reformen.

wal/Reuters

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