Hannover - Nach den Auftragseinbrüchen der vergangenen Monaten deutet sich Besserung an: "Wir rechnen ab Jahresmitte mit dem Ende der bisherigen Talfahrt bei den Auftragseingängen", sagte der Hauptgeschäftsführer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse, am Montag auf der Hannover Messe.
Pipeline-Fertigung: Lagerbestände weitgehend abgebaut
Spätestens ab Mai erwarte der Verband wegen der abgebauten Lagerbestände niedrigere Minusraten. Zudem sollten die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme positive Impulse geben. In den ersten beiden Monaten diesen Jahres hatte sich der Auftragseingang in der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Branche fast halbiert.
Hesse bekräftigte die kürzlich gesenkte Prognose für 2009, wonach das Produktionsvolumen um zehn bis 20 Prozent sinken werde und etwa 25.000 Arbeitsplätze gestrichen würden. Derzeit seien schätzungsweise 100.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Ende vergangenen Jahres waren in der überwiegend mittelständisch geprägten Branche 976.000 Menschen beschäftigt.
Der Schwung in der zweiten Jahreshälfte ist auch dringend nötig, um den Anschluss zu den Konkurrenten aus China nicht zu verlieren. Die Chinesen eroberten im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 17,2 Prozent den Spitzenplatz auf dem Weltmarkt und zogen damit an den Deutschen vorbei. Die Deutschen kamen hingegen nach Angaben des VDMA nur auf 14,7 Prozent. Der bisherige Spitzenreiter USA landete mit einem Anteil von 14,6 Prozent nur noch auf Rang drei. Es folgen Japan (11,8 Prozent) und mit Abstand Italien (6,8 Prozent).
Zwar konnten die deutschen Unternehmen ihren Umsatz trotz der Wirtschaftskrise noch um acht Prozent auf 233 Milliarden Euro hochschrauben, die Konkurrenten aus China wuchsen jedoch um 30 Prozent auf 271 Milliarden Euro. Dagegen schlug die Rezession bei den US-Amerikanern mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent auf 231 Milliarden Euro bereits kräftig zu. In dem Land hatte die Finanzkrise ihren Ausgangspunkt genommen.
Weltweit wurden nach Schätzungen des VDMA Maschinen für knapp 1,58 Billionen Euro verkauft, drei Prozent mehr als noch 2007. Die Branche hatte nach fünf Boomjahren ab Mitte des vergangenen Jahres aber den Wirtschaftsabschwung zu spüren bekommen. Weltweit brachen die Bestellungen ein und wurden bereits vergebene Aufträge storniert.
mik/Reuters/dpa-AFX
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