Wirtschaft



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20.04.2009
 

Konzernabsturz

Arcandor kämpft ums Überleben

Von Nils-Viktor Sorge

Es ist wohl die letzte Chance für Arcandor: Mit einer Notoperation, bei der Edelkaufhäuser wie das KaDeWe abgetrennt werden, will Konzernchef Eick retten, was kaum noch zu retten ist. Zu schwer wiegen die Fehler des Vorgängers, zu hart trifft die Krise das behäbige Traditionsunternehmen.

Hamburg - Ganz zum Schluss seiner Präsentation macht Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick wohl auch dem letzten Beobachter deutlich, wie dramatisch es um den Konzern steht. Fast eine Stunde hatte der Unternehmenslenker über die bedrohliche Lage bei Arcandor Chart zeigen gesprochen: Die Fehler der Vergangenheit, das neue Geschäftskonzept und die Sanierungsmaßnahmen.

Arbeiter am Arcandor-Logo: "Das Überleben sichern"
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DPA

Arbeiter am Arcandor-Logo: "Das Überleben sichern"

Doch nun wirft Eick den Chart mit einer Liste auf die Leinwand. Sie benennt die Akteure, die helfen müssen, damit der Traditionskonzern nicht in wenigen Monaten untergeht. Es ist eine Liste, die wenig Hoffnung macht, dass Arcandor es durch die schwere Krise schafft.

Die Aktionäre sollen Kapital nachschießen. Die Mitarbeiter sollen weitere Zugeständnisse machen. Die Kreditversicherer sollen den Lieferanten helfen. Die Lieferanten sollen ihre Konditionen überdenken. Die Banken sollen ihre Kreditlinien verlängern. Die Besitzer der Kaufhausimmobilien sollen die Mieten senken. Und die Bundesregierung möge ihre schützende Hand über Arcandor halten.

Ein Unternehmen schreit um Hilfe und es ist fraglich, ob das SOS erhört wird. Der 70.000-Mitarbeiterkonzern, zu dem auch die Reisesparte Thomas Cook und der Versandhandelsbereich Primondo (ehemals Quelle) gehören, wankt bedrohlich. "Arcandor versucht mit Notmaßnahmen sein blankes Überleben zu sichern", sagt ein Handelsexperte.

"Allein mit den Banken wird es nicht gehen"

Im Sommer läuft eine Kreditlinie von 650 Millionen Euro aus, für die nächsten Jahre braucht Arcandor (Jahresumsatz: 20 Milliarden Euro) weitere 900 Millionen Euro. Gleichzeitig schreibt das Unternehmen beständig Verluste und verliert stetig an Liquidität.

Doch wer mag einem Unternehmen helfen, das bereits in Zeiten des Aufschwungs als Krisenfall galt? Arcandor hat sein Schicksal schon länger nicht mehr selbst in der Hand. Selten hat das ein Unternehmen so offen zugegeben: "Allein mit den Banken wird es nicht gehen", sagt der Vorstandschef Eick.

Verzweifelt versucht der Manager das Ruder herumzureißen, indem er den Konzern auf sein Kerngeschäft reduziert und unter anderem die Luxuskaufhäuser und Teile von Primondo in eine Gesellschaft mit dem Namen Atrys ausgliedert. Einen späteren Verkauf von KaDeWe, Alsterhaus und anderen Toplagen schließt Eick nicht aus, in Fachkreisen gilt die Trennung als ausgemachte Sache.

Die übrigen Karstadt-Dependancen, teilweise ausgestattet mit dem architektonischen Biedercharme der achtziger Jahre, sollen nun ausgerechnet die mittlere Käuferschicht ansprechen - eine Zielgruppe, die die Warenhäuser seit mehr als zwei Jahrzehnten beständig an Fachmärkte und Einkaufszentren verliert.

Verkauf von Tafelsilber

"Das Premiumsegment war das ausgelobte Erfolgskonzept von Arcandor", sagt der Münchner Unternehmensberater Joachim Stumpf von der BBE Handelsberatung. "Dass sich der Konzern ausgerechnet davon trennen will, ist ein Zeichen, dass die Zeit für Innovationen bei Arcandor nicht mehr da ist. Stattdessen wird das letzte Tafelsilber verkauft."

Der Konzern scheint nicht mehr gewillt, sich das erforderliche Management für seine Spitzenfilialen zu leisten. Die Synergien mit dem Rest des Warenhausgeschäfts sind gering. Eine Trennung brächte zudem immerhin etwas Geld in die Kasse und einen klaren Schnitt zwischen Massengeschäft und Luxussegment, der weiteren Zielen zuträglich sein könnte.

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Gut beschrieben. Und ja, die Fahrräder müssen weg, da sehr hässlich, wenn sie abgestellt und verrosten, überall auf den Fusswegen herumfahren und schon eine schlechte Ökobilanz haben, bevor sie ins Geschäft kommen, da diese [...] mehr...

24.04.2010 von Klaus Rabba:

Muffin Man hat das gut beobachtet, was in der 'industriefeindlichen" Hansestadt Bremen so abläuft. Und ja, Bremen ist eine Fahrradstadt wie Oldenburg auch und man kann fast alles mit dem Rad erledigen, weil die Stadt [...] mehr...

24.04.2010 von Klaus Rabba:

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24.04.2010 von Klaus Rabba:

Ja und kein Lager mehr und keinen Kundendienst und keine Fachberatung. Letzteres überlässt man den Kunden in den 'Kundenrezensionen'. Somit kommt man auch von den teuren Stellflächen in den Innenstädten weg. Die Zukunft [...] mehr...

24.04.2010 von Klaus Rabba:

Wie wär's, wen Sie mal ein paar Sprachen lernen würden, um auch internationale Presse zu lesen? Drehen Sie doch mal Ihre Satellitenschüssel ein wenig herum, damit Sie auch mal andere Sender als MTV bekommen. Dann würden Sie [...] mehr...

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