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21.04.2009
 

ZEW-Index

Konjunkturerwartungen verbessern sich überraschend deutlich

Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im April überraschend deutlich aufgehellt: Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 16,5 Punkte auf plus 13 Punkte. Im vergangenen Monat lag der Index noch bei minus 3,5.

Mannheim - Der deutliche Anstieg des ZEW-Indikators hat an der Börse für Überraschung gesorgt. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs von 1,5 bis 5,5 Punkten erwartet.

Waggonbau in Görlitz: Zaghafte Belebung in der zweiten Jahreshälfte
Getty Images

Waggonbau in Görlitz: Zaghafte Belebung in der zweiten Jahreshälfte

Erstmals seit Juli 2007 liege der Wert nun wieder im positiven Bereich, hieß es vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Grund für den Optimismus sei die Aussicht auf das Ende der konjunkturellen Talfahrt, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Die ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen zusammen mit einer Reihe anderer Indikatoren, dass es eine begründete Aussicht auf eine Bodenbildung gibt, so dass die Abwärtsdynamik der Wirtschaftsaktivität zum Stillstand kommen wird".

Die ZEW-Konjunkturerwartungen profitierten von den staatlichen Konjunkturpaketen, die zunehmend ihre Wirkung entfalteten. Zudem stützten geringe Inflationsraten den Konsum. "Sogar eine zaghafte Belebung in der zweiten Hälfte des Jahres wird wahrscheinlicher."

Die aktuelle Lage beurteilten die Experten dagegen erneut negativer. Der Teilindex verschlechterte sich auf minus 91,6 Punkte von 89,4 Zählern im Vormonat.

Allerdings gehen in der aktuellen Situation die Meinungen darüber auseinander, welcher Aussagewert den Zahlen zukommt. Zwar gelten die ZEW-Konjunkturerwartungen insgesamt als recht zuverlässiger Vorlaufindikator, doch halten manche Beobachter die jüngsten Anstiege eher für ein Nebenprodukt der sehr pessimistischen Beurteilung der aktuellen Konjunkturlage. Da sich die Umfrageteilnehmer eine weitere starke Verschlechterung der Situation nicht vorstellen können, geben sie an, auf Sicht von sechs Monaten eine Besserung der Lage zu erwarten.

Hinzu kommt, dass die ZEW-Erwartungen stark von der Stimmung im Finanzsektor beeinflusst sind, der derzeit von einem starken Wechsel guter und schlechter Nachrichten geprägt ist. Von Interesse ist deshalb immer auch die Entwicklung der in der gewerblichen Wirtschaft erhobenen Erwartungskomponente des ifo-Index. Diese steigt seit Dezember 2008.

Grund für den Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen dürfte vor allem die jüngste Rallye an den Aktienmärkten und der anhaltende Teuerungsrückgang gewesen sein. In die Gegenrichtung dürfte dagegen der anhaltende Fall der Auftragseingänge in der Industrie gewirkt haben. Die Beurteilung der aktuellen Lage dürfte vor allem unter der zunehmenden Eintrübung der Arbeitsmarktsituation belastet worden sein.

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mik/jul/dpa/ddp/Reuters/Dow Jones

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