Von Dietmar Hawranek
Hamburg - Die Übernahme des europäischen Geschäfts von General Motors
durch Fiat
steht kurz bevor: Nach SPIEGEL-Informationen aus Verhandlungskreisen soll Fiat schon am kommenden Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnen. Danach will der italienische Autobauer die Mehrheit an Opel übernehmen.
Opel-Mitarbeiter in Antwerpen: Fiat will die Mehrheit
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz kündigt im SPIEGEL scharfen Widerstand dagegen an. Er fürchtet einen "dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen bei Opel und Werksschließungen in Deutschland". Die Produktpalette von Fiat und Opel würden sich komplett überschneiden. Zudem ist Fiat hochverschuldet. Franz verweist auch auf schlechte Erfahrungen mit Fiat: "Wir kennen die Braut."
Mit Fiat kooperierten die Rüsselsheimer bereits fünf Jahre lang und gingen 2005 im Streit auseinander. General Motors musste den Italienern sogar noch 1,5 Milliarden Dollar zahlen. Betriebsratschef Franz fürchtet, dass der hochverschuldete Fiat-Konzern auf diesem Weg nur an mögliche Bürgschaften der Bundesregierung für Opel herankommen wolle.
Fiat-Chef Sergio Marchionne sucht seit einiger Zeit dringend nach einem Partner. Die Autosparte des Konzerns mit den Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia ist nach seiner Einschätzung mit 2,2 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr viel zu klein zum Überleben. Opel und Vauxhall verkaufen in Europa 1,5 Millionen Autos.
Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend vom US-Mutterkonzern abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll GM nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten. Die Amerikaner müssen der US-Regierung bis Ende Mai einen Sanierungsplan vorlegen, um weitere staatliche Hilfen zu erhalten. Daneben ist aber auch eine Insolvenz des ehemals größten Autobauers der Welt möglich.
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