Redmond - Microsoft hat durch die Krise am PC-Markt einen herben Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss brach im abgelaufenen Quartal um fast ein Drittel auf knapp 3,0 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss am Sitz in Redmond mitteilte. Microsoft
-Aktien legten trotz der schlechten Zahlen nachbörslich um rund drei Prozent zu.
Firmenlogo in Redmond: Krise dauert auch im nächsten Quartal an
Den Konzern belasteten in seinem Ende März abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal auch hohe Abschreibungen auf Investments sowie Kosten für den laufenden Stellenabbau. Microsoft streicht derzeit wegen der Wirtschaftskrise erstmals in seiner Geschichte weltweit rund 5000 Stellen - etwa fünf Prozent aller Jobs im Konzern. 1400 Mitarbeiter wurden sofort entlassen.
Kostensenkungen und neue Windows-Version
Trotz der enttäuschenden Zahlen zeigten sich Analysten zuversichtlich, weil sie zuletzt sogar noch schlechtere Zahlen für möglich gehalten hatten, Microsoft mit dem Stellenabbau an seinen Kosten arbeitet und bald eine neue Windows-Version erscheinen soll. "Das sollte ihnen helfen, ihren Marktanteil stabil zu halten", sagt Kim Caughey von der Fort Pitt Capital Group.
Die Entwicklung des neuen Betriebssystems Windows 7 soll nach Firmenangaben planmäßig voranschreiten. Im abgelaufenen Quartal wurde eine erste Beta-Version veröffentlicht, das fertige Produkt soll noch vor dem Juli 2010 erhältlich sein. In der Branche wird Windows 7 bereits deutlich früher erwartet, weil die derzeitige Windows-Version "Vista" so unpopulär ist.
Microsoft macht den größten Profit mit dem Verkauf des Betriebssystems Windows und Büroanwendungen wie Office. In den vergangenen sechs Monaten gingen die Verkaufszahlen deutlich zurück, weil Endverbraucher und Firmenkunden ihre Ausgaben für Technik im Zuge der Wirtschaftskrise eingeschränkt haben.
Schwacher PC-Markt, starke Online-Konkurrenz
Der PC-Absatz war im ersten Quartal laut den Marktforschern von Gartner um 6,5 Prozent geschrumpft. Werden weniger Computer verkauft, kann Microsoft damit zum Beispiel auch sein Betriebssystem Windows seltener absetzen. Außerdem sind immer mehr der verkauften Computer Mini-Notebooks, von denen zahlreiche nicht mit Windows, sondern mit dem freien Betriebssystem Linux laufen.
In der für Windows zuständigen Client-Sparte fiel der Umsatz um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar und der operative Gewinn sackte um 19 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar ab.
Im Online-Bereich fiel der Umsatz inmitten der verschärften Konkurrenz mit Branchenprimus Google um 14 Prozent auf 721 Millionen Dollar. Der Verlust war mit 575 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. In der Wirtschaftskrise fahren die Unternehmen auch die Online-Werbeausgaben zurück und fokussieren sich verstärkt auf Google als unangefochtenen Marktführer. Bei der Spielekonsole Xbox schaffte Microsoft immerhin ein Plus von 30 Prozent auf 1,7 Millionen Geräte.
ore/dpa/AP/Reuters
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