Hamburg - Angesichts der globalen Wirtschaftskrise stellt sich die Frage, wie zukunftsfähige Investitionen am Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt werden können, mit neuer Dringlichkeit. Doch es gibt eine Reihe von Faktoren, die aus der Sicht von Investitionsexperten den Wirtschaftsstandort Deutschland belasten.
Laut einer Umfrage der Organisation berlinpolis, die unter Spezialisten für Investitionen der binationalen Außenhandelskammern in 32 Ländern durchgeführt wurde, sehen 90 Prozent der befragten Außenhandelskammern Verbesserungsbedarf in der steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung, 94 Prozent legen demnach Wert auf eine solche Förderung.
Außer hoch qualifizierten Arbeitskräften zählt den Experten zufolge aber vor allem die Steuerbelastung zu den wichtigsten Standortfaktoren für ausländische Direktinvestitionen. 94 Prozent der Befragten sehen diese demnach als wichtig an. Breit angelegte Konjunkturprogramme werden hingegen mehrheitlich abgelehnt. Weniger als 20 Prozent der Befragten nennt sie als probates Mittel zur Standortstärkung.
"Eine steuerliche Förderung von Unternehmensaufwendungen in Forschung und Entwicklung ist überfällig", sagt Daniel Dettling, Vorsitzender von berlinpolis. "Zwei Drittel der EU-Staaten nutzt die Steuerförderung als bewährtes Förderinstrument, Deutschland verpasst zunehmend den Anschluss."
Dass Steuerspritzen kreative Faulheit fördern, sehen die Experten dagegen nicht. Lediglich sechs Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Unternehmen trotz steuerlicher Förderung ihre Investitionen nicht erhöhen würden. Die überwiegende Mehrheit von 87 Prozent dagegen geht von steigenden Investitionen in Entwicklung und Forschung aus, weitere sieben Prozent erwarten sogar eine deutliche Steigerung.
ssu
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH