Stuttgart - Es ist ein milliardenschweres Sparprogramm, das Daimler am Dienstag präsentieren will - und offenbar treffen die darin festgelegten Änderungen einen Großteil der Belegschaft:
Nach übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen AP und dpa plant Daimler, rund 73.000 Beschäftigten die Wochenarbeitszeit zu kürzen. Dies führe zu Einschnitten beim Gehalt von bis zu neun Prozent, hieß es am Montag in Stuttgart.
Daimerl-Chef Zetsche: Ehrgeiziges Sparprogramm
Daimler hat insgesamt mehr als 141.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen steht durch die Auto- und Finanzkrise unter finanziellem Druck - und plant nach eigenen Angaben ehrgeizige Sparaktionen. Mit einer Reihe von Maßnahmen will der Konzern die Personalkosten allein in diesem Jahr um zwei Milliarden Euro senken.
Von der geplanten Verkürzung der Wochenarbeitszeit sind früheren Angaben zufolge die Mitarbeiter betroffen, die nicht in Kurzarbeit sind - zum Beispiel Angestellte in Forschung und Entwicklung, in der Verwaltung oder im Einkauf. Zurzeit sind bei dem Autobauer 68.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Außerdem werde voraussichtlich die zweite Stufe der Lohnerhöhung von 2,1 Prozent ab Mai um mehrere Monate verschoben, hieß es weiter. Der Konzern und der Gesamtbetriebsrat sind sich offenbar auch einig darüber, dass die Ergebnisbeteiligung in Höhe von 1900 Euro für das vergangene Jahr erst einmal nicht ausbezahlt wird. Das Geld solle den Mitarbeitern verzinst werden. Urlaubs- und Weihnachtsgeld könnten ebenfalls gekürzt werden.
Der Gesamtbetriebsrat hatte im Vorfeld der Gespräche betont, vorrangiges Ziel der Verhandlungen müsse Beschäftigungssicherung sein. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Daimler bis Ende 2011 ausgeschlossen. Die Vereinbarung wurde im Sommer 2004 unterzeichnet. Von dieser Regelung sind allerdings rund 16.000 Mitarbeiter ausgenommen, die nach der Unterzeichnung der Vereinbarung eingestellt wurden. Möglicherweise ist der Konzern in der Frage der Beschäftigungssicherung nun dem Gesamtbetriebsrat entgegengekommen.
ssu/AP/dpa
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