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28.04.2009
 

Kritik an Deutsche-Bank-Chef

Ackermanns Renditeziel empört die SPD

Die Vertragsverlängerung von Deutsche-Bank-Chef Ackermann und sein zweistelliges Renditeziel stoßen in der SPD auf harsche Kritik: Die "irrwitzigen" Vorgaben seien ein Grund für die Finanzkrise, sagte Vize-Fraktionschef Poß - und fordert von anderen Bankern eine Distanzierung.

Berlin - Er hat nichts dazugelernt - auf jeden Fall aus Sicht der SPD: Das Beharren Josef Ackermanns "auf dem völlig überzogenen Renditeziel von 25 Prozent ist ein Skandal", sagte Vize-Fraktionschef Joachim Poß am Dienstag in Berlin. Er kritisierte die Verlängerung des Vertrags des Deutsche-Bank-Chefs deshalb als "schlimmes Signal": Einige in der Branche "können und wollen offenbar nichts dazu lernen".

Bank-Chef Ackermann: Credo des "Weiter so, ist doch alles prima"
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DDP

Bank-Chef Ackermann: Credo des "Weiter so, ist doch alles prima"

Die Deutsche Bank hatte am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt, dass Ackermann drei Jahre länger im Amt bleibt als geplant. Ackermann habe der Bitte des Gremiums entsprochen, seinen Vertrag bis zur Hauptversammlung 2013 zu verlängern. Eigentlich wollte der Schweizer die größte deutsche Bank mit Auslaufen seines Vertrags zur Hauptversammlung 2010 verlassen.

Ackermann hatte sich gleichzeitig optimistisch für den weiteren Geschäftsverlauf des größten deutschen Geldhauses gezeigt. Eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent lasse sich auch erzielen, ohne dass man größere Risiken eingehe. Dies hätten die Ergebnisse der Deutschen Bank Chart zeigen im ersten Quartal gezeigt. Nach dem Rekordverlust im vergangenen Jahr war das Institut mit einem überraschend hohen Gewinn ins Jahr gestartet. Der Nettogewinn betrug in den ersten drei Monaten 1,2 Milliarden Euro.

Poß erklärte, die "irrwitzigen Renditevorgaben der Banken" seien eine zentrale Ursache für die Bereitschaft der Branche gewesen, unverantwortliche Risiken einzugehen. Dies habe die Weltwirtschaft an den Abgrund gebracht. Während die Branche noch um milliardenschwere Rettungspakete feilsche, verkünde Ackermann "fröhlich das Credo des 'Weiter so, ist doch alles prima'". Die Finanzwirtschaft solle sich schnellstens von ihm distanzieren: "Er eignet sich künftig weder als Sprachrohr der Branche noch als Gesprächspartner der Politik", kritisierte Poß.

sam/Reuters/dpa-AFX/dpa

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