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04.05.2009
 

Mehdorn-Nachfolger

Neuer Bahn-Chef Grube verteidigt Börsenpläne

Die Bahn bleibt auch unter neuer Führung auf Börsenkurs: Mehdorn-Nachfolger Rüdiger Grube verteidigt die Kapitalmarktpläne des Staatskonzerns. In der Datenaffäre verspricht er schnelle Aufklärung.

Berlin - Der Teilprivatisierung der Bahn bleibt auch unter Rüdiger Grube ein Thema: "Wenn wir jetzt den Börsengang nicht machen, heißt das nicht, dass wir den Weg dahin aufgeben", sagte der neue Bahn-Chef der Mitarbeiterzeitung "DB Welt".

Bahn-Chef Grube: "Wir setzen uns selbst unter Druck"
AP

Bahn-Chef Grube: "Wir setzen uns selbst unter Druck"

Die Bahn müsse kapitalmarktfähig bleiben. "Schließlich müssen wir uns schon heute Fremdkapital über Anleihen besorgen", sagte Grube. Ohne Kapitalmarktfähigkeit "würde uns Geld nur noch zu deutlich schlechteren Bedingungen gegeben werden", erklärte der Nachfolger des jüngst zurückgetretenen Bahn-Chefs Hartmut Mehdorn.

Mehdorn hatte den Börsengang des Schienenkonzerns maßgeblich vorangetrieben. Angesichts der schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten hatte die Bundesregierung das Projekt jedoch im Oktober 2008 gestoppt. Das Scheitern wurde im Kreise der Anteilseigner teilweise begrüßt. In der Großen Koalition hatte der Börsengang zuletzt immer weniger Anhänger. Vor allem der linke SPD-Flügel drängte darauf, die Bahn in Staatsbesitz zu belassen.

Mehdorn-Nachfolger Grube will sich diese Möglichkeit aber offenbar offenlassen: Er hatte eine Teilprivatisierung bereits kurz nach seiner Nominierung ins Spiel gebracht. Derzeit sei ein Verkauf von Unternehmensanteilen wegen der Krise zwar nicht aktuell. "Aber die Option der Teilprivatisierung müssen wir uns erhalten", hatte er bei seiner Vorstellung Anfang April erklärt.

Schnelle Aufklärung in der Datenaffäre

Grube, der am Montag sein Amt als Vorstandschef der Bahn offiziell antrat, erklärte nun weiter: Leitlinien seiner künftigen Arbeit seien "der Erhalt der Kapitalmarktfähigkeit, der Bestand des integrierten Konzerns und die Fortführung des konzerninternen Arbeitsmarkts".

Der gute Ruf der Bahn werde in Deutschland geformt, "wo wir drei Viertel unseres Ergebnisses machen". Ein Großteil des künftigen Fracht- und Logistikgeschäfts werde jedoch "im Ausland sein - sicherlich vor allem in Europa, aber auch darüber hinaus".

Grube bekräftigte zudem, die Datenaffäre schnell und bedingungslos bis Ende Mai aufklären zu wollen. "Da bin ich vollständig unabhängig und werde entsprechend entscheiden." Wenn notwendig, werde er "auch aufräumen". Die Führungsmannschaft habe "ein klares Signal von mir".

Das Staatsunternehmen hatte mehrfach massenhaft Mitarbeiterdaten überprüft. Ende Januar hatte der Konzern im Zuge der Affäre selbst die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und ihr umfangreiches Material aus den Spähaktionen übergeben. In einem Zwischenbericht zur Datenaffäre hatte die Bahn im Februar eingeräumt, dass es auch Verstöße gegen "straf- und datenschutzrechtliche Bestimmungen" gegeben haben könne.

"Mit der Frist bis Ende Mai setzen wir uns selbst unter Druck", räumte der neue Chef ein. "Aber wir brauchen rasch die nötige Klarheit und Klärung", sagte Grube.

suc/dpa/AP

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