Basel - Jean-Claude Trichet versprüht wenige Tage nach der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) Optimismus. Zwar sei die Weltwirtschaft nach wie vor in schwierigem Fahrwasser, ein Wendepunkt in der seit gut zwei Jahren andauernden Krise sei aber erreicht, sagte Trichet am Montag nach einem Treffen hochrangiger Notenbanker bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel.
EU-Chefnotenbanker Trichet: "Wendepunkt erreicht"
Tatsächlich deuten mehr als ein Dutzend Indikatoren darauf hin, dass das Ende des Abschwungs allmählich erreicht ist. Ökonomen fürchten allerdings, dass auf den steilen Wirtschaftsabsturz kein ebenso schneller Aufschwung folgt, sondern eine sogenannte L-Rezession - ein Dümpeln der Wirtschaft auf niedrigem Niveau.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte allerdings schon im laufenden zweiten Quartal erstmals wieder minimal zulegen, nachdem es in den vergangenen vier Quartalen in zum Teil bislang ungekanntem Ausmaß geschrumpft war. Das zeigt der Barclays-Indikator an. Das Barometer, das die britische Bank monatlich exklusiv für das "Handelsblatt" berechnet, sagt für das zweite Quartal einen immerhin marginalen BIP-Zuwachs um 0,1 Prozent vorher.
Trichet sagte in Basel, die Notenbanken müssten weiter auf der Hut bleiben und sollten die bereits eingeleiteten alternativen geldpolitischen Maßnahmen so lange wie nötig beibehalten, dadurch entstehende Inflationsrisiken aber vermeiden.
Die EZB hatte vergangene Woche ihren Leitzins wie erwartet auf ein Prozent gesenkt, weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen und im Kampf gegen die Finanzkrise zusätzlich unter anderem den Kauf von Pfandbriefen angekündigt.
ssu/Reuters
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