Berlin - Wütende Milchbäuerinnen wollen ihrem Protest gegen zu niedrige Milchpreise mit einem unbefristeten Hungerstreik Nachdruck verleihen. Nach zweitägigen erfolglosen Demonstrationen würden sechs Bäuerinnen ab sofort nichts mehr essen, kündigte die Landwirtin Steffi Butscher am Mittwoch an: "Wir hungern so lange, bis Frau Merkel mit uns spricht."
Protest vor dem Kanzleramt: Hungerstreik für 40 Cent pro Liter Milch
Die Milchviehhalter wollen die Proteste ausweiten. "Wir werden weitere Aktionen auf europäischer Ebene machen", sagte Romuald Schaber vom Verband der Milchviehhalter (BDM). Bei den kommenden Treffen der EU-Landwirtschaftsminister sei dies geplant. Ob es zu einem Milchlieferboykott wie im Frühjahr 2008 kommt, ist unklar. "Zu einem möglichen Lieferstopp wollen wir uns nicht mehr äußern." BDM-Srecher Hans Foldenauer drohte in der "Bild"-Zeitung mit dem Wegschütten von Milch. "Ob wir wieder zu den Mitteln Gulli und Verfütterung greifen müssen, entscheidet die Politik. Frau Merkel muss ein Machtwort sprechen."
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bekräftigte, sich für die Milchbauern einzusetzen. Nachdem die Versuche zur Verringerung der Milchmenge in der EU gescheitert seien, müsse man nun den Absatz unter anderem durch einen verstärkten Export steigern, sagte Aigner der "Frankfurter Rundschau". Es gehe auch darum, die "Lebensmittelindustrie unter die Lupe zu nehmen und etwas gegen Milchsubstitute zu tun". Sie sei für eine strengere Kennzeichnung von Käse-Imitat.
Derzeit liegt der Preis von Milch laut BDM zwischen 18 Cent und 24 Cent je Liter. Erst ab einem Milchpreis von 40 Cent könnten die Milcherzeuger ihre Kosten decken, hieß es. Die Milchviehhalter fordern von Bundeskanzlerin Merkel, sich auf EU-Ebene für die Flexibilisierung der Quotenregelung einzusetzen. Die Angebotsmenge von Milch solle dadurch an die Nachfrage angepasst werden. Nur so könne der Preisverfall durch das anhaltende Milchüberangebot auf dem Markt gestoppt werden.
Der Einzelhandel hatte Milch und Milchprodukte verbilligt, nachdem bereits die Einkaufspreise gesunken waren. Bisherige Versuche der Politik, die Preise zu stabilisieren, waren gescheitert.
ore/ddp/dpa
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Hm, dass hängt davon ab, was für eine Art von Markt man hat: Den idealen mit vielen Kunden und vielen Verkäufern, dann kann man ihn machen lassen, allerdings sollte man ihn nach wie vor beobachten, damit weder der Bolschewismus [...] mehr...
Man kann einen Markt steuern! Das sehen wir doch jeden Tag! Die Frage ist doch vielmehr ob man nicht besser fährt wenn man einfach mal rollen lässt ;-) mehr...
Richtig! leider stimmen dafür die Gesetzmäßigkeiten nicht. Die menge wird gesteuert, der preis soll sich am Markt bilden. Das kann nicht funktionieren! mehr...
Naja, all zu weit scheint es mit ihrem Wissen ja nicht her zu sein! Entscheidend ist was am ende unterm Strich stehen bleibt. Wenn sie 100 € mehr Förderung bekommen aber u.U. 200 € Mehrkosten haben dann ist der Blöd der [...] mehr...
wenn die preise stimmen, müssen sie steigen. sie wollen also, dass der verbraucher mehr bezahlt. dieser weg wäre viel leichter zu erreichen, wenn alle subventionen gestrichen würden und alle bauern auf biolandwirtschaft [...] mehr...
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