Berlin - Arbeitskampf in Deutschlands Kindergärten: In Kitas und Sozialeinrichtungen wird von diesem Freitag an gestreikt. In einer Urabstimmung votierten 89,9 Prozent der Mitglieder für einen Ausstand, teilte die Gewerkschaft Ver.di am Donnerstag mit.
Kita in Oberhausen: Am Freitag wird in fünf Bundesländern gestreikt
Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft ihre Mitglieder in städtischen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes ab Freitag bundesweit zu Streiks auf. Fast 93 Prozent der Mitglieder sprachen sich in einer Urabstimmung dafür aus, die Arbeitgeber damit zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag für den betrieblichen Gesundheitsschutz zu zwingen.
Die Beschäftigten würden sich nicht länger von den Arbeitgebern hinhalten lassen, die die Verhandlungen immer wieder verzögert und damit den Streik provoziert hätten, erklärte Ver.di- Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp.
Streiks beginnen in fünf Bundesländern
Zunächst soll in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen und Bremen gestreikt werden. Besonders in Dortmund, Duisburg, Mainz, Kiel und Kassel will Ver.di Druck auf die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ausüben.
Montag und Dienstag, am 18. und 19. Mai, soll dann auch in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und im Saarland gestreikt werden. Schwerpunkte seien hier insbesondere München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Hannover und Saarbrücken. In Frankfurt am Main soll am Dienstag eine große Kundgebung stattfinden.
Die VKA hatte den Gewerkschaften Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Aus ihrer Sicht ist die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz vorgeschoben, um Forderungen nach einem neuen Bezahlungssystem und mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bis 2011 gelte noch der Tarifvertrag und damit die Friedenspflicht
Der Berufsstand der Erzieher müsse endlich aufgewertet werden, hatte Ver.di-Chef Frank Bsirske zuvor gesagt. An den Eltern liege es, mit Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu machen, damit ein tragfähiges Ergebnis komme. "Wir fordern angemessene Bezahlung für alle. Sie müssen gesund ihre Arbeit auch die nächsten Jahrzehnte machen können."
In der vergangenen Woche hatten Ver.di und die GEW bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, an denen sich 20.000 Erzieher und Sozialarbeiter beteiligt hatten. Zahlreiche Kindergärten blieben für Stunden oder sogar den ganzen Tag geschlossen.
ore/dpa/ddp/Reuters
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