Sonntag, 21. März 2010

Wirtschaft



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18.05.2009
 

Betrügerliste

Verbraucherzentrale stellt Kunstkäse-Nepper an den Pranger

Die Fälschung findet sich in Pizzen, Lasagne und Cheeseburgern: Immer mehr Firmen rühren künstlichen Käse ins Essen - oft ohne Kennzeichnung. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat jetzt erstmals eine Liste der umstrittenen Produkte veröffentlicht.

Hamburg - Wer bei Pizza, Lasagne oder Cheeseburger an Käse denkt, liegt nicht immer richtig: "Analog-Käse" heißt eine neue Zusammenmischung im Anbieterjargon, die immer häufiger auf vermeintlich käsehaltigen Fertiglebensmitteln zu finden ist.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun eine Liste mit Lebensmitteln veröffentlicht, die Kunstkäse aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß und Geschmacksverstärker enthalten. Verbraucher finden darin Produkte mit dem sogenannten Analog-Käse - etwa Pizza, Lasagne, Cheeseburger oder Cordon bleu, aber auch Käsebrötchen oder Käsestangen vom Bäcker.

Im Supermarkt, aber auch in Fast-Food-Restaurants oder in Back-Shops werde den Verbrauchern der Kunstkäse meist ohne Kennzeichnung untergeschoben, kritisierte die Verbraucherzentrale am Montag. Ziel sei Profitmaximierung: Analog-Käse ist 30 bis 40 Prozent billiger als echter Käse.

Bei einem Markttest fanden die Einkäufer im Kühlregal etwa die "Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett" oder "Hähnchenschnitten Cordon bleu Art", die eine minimale Menge echten, mit viel Imitat gestreckten Käse enthalten. Auf der Zutatenliste kann so "Zubereitung mit Käse" stehen. Auch für Schafskäse gebe es Imitate, die im vermeintlich Griechischen Salat beim Imbiss landeten, erklärte die Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherschützer forderten eine bessere Kennzeichnung nicht nur auf Lebensmittelverpackungen, sondern auch bei loser Ware und in der Gastronomie. Das Wort "überbacken" etwa würden Brötchenhersteller verwenden, um die Bezeichnung "Käseimitat" zu vermeiden. Das sei eine Irreführung der Verbraucher. Die Kennzeichnung müsse auf der Speisekarte oder auf Schildern verpflichtend vorgeschrieben werden, wie es für bestimmte Zusatzstoffe bereits die Regel ist, verlangte die Verbraucherzentrale Hamburg.

ssu/AFP

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