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Petrodollar-Poker Porsche hofft auf arabischen Milliarden-Investor

Im Machtkampf mit VW könnte Porsche ein entscheidender Schlag gelingen: Der Sportwagenbauer führt Gespräche mit einem arabischen Investor, um seine Milliarden-Schulden in den Griff zu bekommen. Selbst VW-Großaktionär Niedersachsen unterstützt den Einstieg neuer Kapitalgeber.

Stuttgart/Hannover - Porsche Chart zeigen sieht sich bei der Suche nach einem Geldgeber auf gutem Wege: "Wir führen vielversprechende Gespräche mit einem möglichen Investor", sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert aus Kreisen, wonach die Kontakte in Richtung Nahost gingen. Auch bei der Deutschen Presse-Agentur ist von einem potentiellen arabischen Investor die Rede.

Porsche-Logo: "Gespräche mit einem möglichen Investor"
DPA

Porsche-Logo: "Gespräche mit einem möglichen Investor"

In den vergangenen Wochen war bereits mehrfach über einen Partner aus dem arabischen Raum spekuliert worden. Laut "Financial Times Deutschland" wurden die finanzstarken Emirate Abu Dhabi und Katar genannt.

Porsche kämpft derzeit mit hohen finanziellen Belastungen. Schulden in Höhe von neun Milliarden Euro belasten die Bilanz, nachdem der Autobauer 51 Prozent von Volkswagen Chart zeigen gekauft hatte. Angesichts der Probleme hatten die Porsche-Eigentümer, die Familien Piëch und Porsche, die geplante Übernahme von Volkswagen abgeblasen und sich auf eine Fusion der beiden Hersteller verständigt.

Doch die Gespräche über den neuen Autokonzern liegen seit dem Wochenbeginn auf Eis, weil sich Volkswagen von Porsche nicht ausreichend über dessen Finanzlage informiert sieht. Zudem ringen die Beteiligten um den Einfluss bei dem fusionierten Unternehmen.

VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Mitaktionär Ferdinand Piëch will erreichen, dass Porsche als zehnte Marke in den Wolfsburger Autokonzern eingegliedert wird und das Volkswagen-Lager den neuen Autokonzern dominiert. Sein Cousin Wolfgang Porsche und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking pochen dagegen auf die Eigenständigkeit des Herstellers.

Porsches Investorensuche verschärft die Situation zusätzlich, zumal Ferdinand Piëch dem möglichen Einstieg eines Kapitalgebers zur Lösung der Porsche-Finanzprobleme eine Absage erteilt hat. "Ich kann mir keine guten Bedingungen für VW und Porsche erwarten, wenn da ein Dritter dazukommt." Zunächst müssten die akuten Probleme gelöst werden. Wenn dies erledigt sei, sei ein weiterer Investor natürlich willkommen.

Piëchs Absage verwundert kaum: Der neue Anteilseigner würde im fusionierten VW-Porsche-Konglomerat seinen Einfluss geltend machen. Zudem gewänne Porsche mehr Spielraum, um sich gegen Piëchs Hegemonialpläne zu verteidigen.

Niedersachsen unterstützt Investorensuche

Dennoch bekommt Porsche nun Schützenhilfe aus dem Volkswagen-Lager. Der neue Autoriese sollte nach Meinung des Landes Niedersachsen offen für weitere Investoren sein. "Am Ende des Tages könnte es so aussehen: Porsche hält 50 Prozent, Niedersachsen 20 Prozent und im Streubesitz liegen 30 Prozent", sagte der Sprecher der Staatskanzlei in Hannover, Olaf Glaesecker, am Dienstag. Der Streubesitz würde Geldgebern genügend Raum für Beteiligungen geben. "Da kann jeder Investor reingehen", sagte Glaesecker. Das Land Niedersachsen wolle seine Rolle nicht verändern.

Niedersachsen kommt in dem Übernahmezank eine besondere Rolle zu. Das Land hat dank des VW-Gesetzes ein Vetorecht bei dem Wolfsburger Autobauer und will seinen Einfluss auch in einem neuen Konzern behalten. Regierungschef Christian Wulff sieht die Dominanz von Porsche bei VW allerdings als gescheitert an. "Es ist traurig, dass es einigen an Mumm fehlt, es allen Beteiligten - auch dem Betriebsrat und der Belegschaft - zu sagen", sagte Wulff auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung am Montagabend in Wolfsburg. Dennoch zeigte sich Wulff offen für Petrodollars: "Wir haben mit arabischen Investoren immer nur gute Erfahrungen gemacht."

Wulff forderte Porsche erneut dazu auf, seine Linie für einen Zusammenschluss der beiden Autobauer darzulegen. "Ohne eine klare Positionierung der Porsche-Seite wird es diese engere Partnerschaft nicht geben." Er halte dieses Ziel aber nach wie vor für richtig. "Es muss aber fair zugehen zwischen Porsche und VW, zwischen Porsche und Niedersachsen."

Von Fairness sind zumindest Piëch und Porsche noch ein gutes Stück entfernt. Der VW-Patriarch hatte am Montag für einen Eklat gesorgt, als er einem Treffen des Porsche-Aufsichtsrates ohne Gründe fernblieb. Die Sitzung wurde begleitet von massiven Protesten von Porsche-Mitarbeitern gegen den Kurs Piëchs. Bereits zuvor hatte Piëch sich kritisch über die Führung der Stuttgarter geäußert und Porsche-Chef Wiedekings wenig transparenten Managementstil kritisiert.

Piëch hatte in der vergangenen Woche zudem von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen, Geld aufzutreiben. Volkswagen könne dagegen leichter Kredite bekommen. Daher sei auch eine Übernahme von Porsche durch die Wolfsburger denkbar.

suc/Reuters/dpa/dpa-AFX

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