Berlin/Frankfurt am Main - Die Banken sind bereit, wenn der Fall der Fälle eintreten sollte: Die Bundesregierung hat sich nach Angaben aus Regierungskreisen mit einigen Banken auf eine Brückenfinanzierung für den angeschlagenen Autohersteller Opel geeinigt - falls diese notwendig werden sollte. Es habe im Kanzleramt ein Gespräch mit Banken gegeben, bei dem man sich über den Finanzierungsteil des Treuhandmodells der Regierung für Opel verständigt habe, verlautete aus den Kreisen.
An dem Treffen habe unter anderem die Deutsche Bank
Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP soll Opel einen Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro erhalten. Diese Summe soll demnach zu 100 Prozent verbürgt werden, wobei Bund und Länder mit Opel-Standorten jeweils die Hälfte der Bürgschaft übernehmen wollen. Die Beteiligung der Länder soll sich an der Zahl der Beschäftigten der jeweiligen Standorte orientieren.
Die Bundesregierung plant ein Treuhandmodell, über das mit staatlicher Unterstützung für den deutschen Autobauer eine Brücke bis zu einer endgültigen Übernahme durch ein privates Unternehmen gebaut werden soll. Dieses Modell soll aber nach den Plänen der Regierung nur genutzt werden, wenn Verhandlungen mit einem Investor Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss versprechen. In diesem Fall soll ein unabhängiger Treuhänder die Anteile an der europäischen Tochter von General Motors
(GM) übernehmen.
Zugleich soll eine Bankengruppe dem aus dem GM-Konzern herausgelösten Konzernteil einen Kredit geben, damit das Unternehmen zunächst weiter wirtschaften kann. Der Bund soll diesen Kredit verbürgen. Damit würde Zeit gewonnen, um die Gespräche mit einem Übernahmeinteressenten zu Ende zu führen.
Huber nicht überzeugt
Am Mittwoch läuft eine Frist aus, bis zu der Opel-Interessenten der Bundesregierung konkrete Konzepte vorschlagen sollen. Am selben Tag berät die Regierung bei einem Spitzentreffen über den Autobauer. Bislang geht man dort von drei Interessenten aus: dem italienischen Autobauer Fiat
, dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna
und dem US-Finanzinvestor Ripplewood.
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält nur die Konzepte des italienischen Autobauers Fiat und des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna für interessant. Beim dritten Interessenten handele es sich um einen "reinen Finanzinvestor". Wenn der Opel-Mutterkonzern GM in den USA nicht bis Ende Mai einen tragfähigen Rettungsplan vorlegen, droht die Insolvenz - mit Folgen für Opel.
Fiat-Chef Sergio Marchionne kam unterdessen zum ersten Mal mit der IG Metall in Frankfurt zusammen. Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber zeigte sich im Anschluss nicht überzeugt von den Plänen der Italiener. Huber sprach von unterschiedlichen Traditionen und Kulturen der Mitbestimmung in Italien und Deutschland. Auch das grundsätzliche Problem der ähnlichen Modellpaletten beider Hersteller sei nicht ausgeräumt worden, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende.
Fieberhaftes Arbeiten an Brückenmodell
Unterdessen arbeitet die Bundesregierung fieberhaft an einem Treuhandmodell, um Opel mehr Zeit für die Verhandlungen zu geben. Damit soll Opel Deutschland aus dem Gesamtkonzern herausgelöst werden, um negative Auswirkungen einer GM-Insolvenz auf die deutsche Tochter zu vermeiden. Für das Modell ist die Zustimmung von GM und der US-Regierung nötig.
Laut Steinbrück kommen von der US-Regierung und GM aber bislang keine eindeutigen Signale. Eine Delegation aus Deutschland reist möglicherweise am Wochenende für Verhandlungen nach Washington. Daran beteiligen sich dann voraussichtlich das Bundeskanzleramt sowie das Wirtschafts- und das Finanzministerium.
Voraussetzung für das Treuhandmodell ist nach Angaben von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dass Opel-Interessenten zukunftsträchtige Konzepte vorlegen, die einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen wahrscheinlich machen. Sollte es diese Konzepte nicht geben, hält Guttenberg weiterhin auch eine "geordnete Insolvenz" des Autobauers für denkbar.
Da Opel kurzfristig einen Finanzbedarf von ein bis zwei Milliarden Euro hat, begleitet ein Bankenkonsortium das Treuhandmodell. An dem Gespräch über ein Modell für eine Brückenfinanzierung nahmen am Dienstag neben Vertretern der Bundesregierung und Länder auch Vertreter mehrerer Banken teil, darunter der staatlichen KfW, der Landesbanken und Förderinstitute der betroffenen Opel-Länder sowie der Commerzbank. Zu dem Treffen eingeladen war auch der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank.
IG Metall pocht auf unabhängige Opel-Marke
Die IG Metall hatte in der Vergangenheit mehrfach den Fiat-Konkurrenten Magna als möglichen Opel-Investor bevorzugt. Huber hat nach eigenen Angaben dem Fiat-Chef eine Reihe von Bedingungen für die Zustimmung der Gewerkschaft zu einer Opel-Übernahme durch Fiat genannt. Neben Standortgarantien, einer soliden Kapitalausstattung des Investors und einer weitgehenden künftigen Eigenständigkeit von Opel sei über die Mitbestimmung in einem künftigen europäischen Auto- Konglomerat gesprochen worden.
An dem Spitzentreffen zu Opel an diesem Mittwoch im Kanzleramt nehmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD), Wirtschaftsminister Guttenberg (CSU), Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz (beide SPD) teil. Koalitionskreise bestätigten damit Angaben der "Financial Times Deutschland".
ore/AP/dpa
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gottseidank- ich hatte schon angst,die wollen auch ein paar mrd bezahlen. mehr...
Zuviel Überkapazität, zuviel Staatsintervention. Niemand will Opel, niemand braucht Opel. Trotz Steuergelder wird Opel Pleite gehen ob die Politiker (und Bürger) und Gewerkschaften das mögen oder nicht. Die Wahl ist vorbei, es [...] mehr...
Anders ausgedrückt, sie weigern sich den Arbeitsplatzerhalt von GM und Magna in Rechnung stellen zu lassen. mehr...
... denn sowohl Großbritannien als auch Spanien haben sich jetzt gegen den deutschen Rettungsplan ausgesprochen. Der Zirkus geht jetzt erst richtig los, wenn die Bundesregierung - sprich Merkel - versucht, ihre Vorstellungen und [...] mehr...
Die Politiker sind dafür das die Manager für ihre Fehler mit eigenem Geld haften. Vielleicht sollten die jetzigen Politiker mit eigenem Geld haften wenn Opel die 4,5 Milliarden versenkt hat und anschließend Pleite ist.Manches geht [...] mehr...
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