New York - Erst brechen Umsatz und Gewinn weg, dann trifft es die Mitarbeiter: Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard
stemmt sich mit dem Abbau Tausender Stellen gegen die Wirtschaftskrise. Der Konzern kündigte am Dienstagabend den Abbau von 6400 Arbeitsplätzen an, vor allem in der Produktion.
Das Unternehmen spürt in fast allen Bereichen einen Rückgang der Nachfrage. Demnach halten sich Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen beim Einkauf von Computern oder Druckern zurück.
Der Stellenabbau soll sich über die nächsten zwölf Monate erstrecken und betrifft zwei Prozent der Belegschaft. Der Branchenführer stellt sich damit auf eine anhaltende Durststrecke ein. Der Umsatz werde im Gesamtjahr um vier bis fünf Prozent zurückgehen, teilte HP mit. Bislang hatte der Konzern ein Minus von zwei bis fünf Prozent prognostiziert.
Unternehmenschef Mark Hurd sieht zwar einzelne Anzeichen für eine Besserung der Lage. Was die Nachfrage angehe, erwarte er allerdings kaum Veränderungen, betonte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Im nachbörslichen Handel gab der HP-Kurs um fünf Prozent nach. Bislang galt der Konkurrent von IBM, Dell oder Acer wegen seiner breiten Aufstellung als sicherer Hafen für Tech-Anleger. Doch die Krise macht auch vor HP nicht Halt.
Der PC-Umsatz brach im zweiten Geschäftsquartal um 19 Prozent ein. Zugleich setzte der Konzern 23 Prozent weniger Drucker ab. Die Speicher- und Serversparte büßte 28 Prozent ein. Den größten Batzen zum Umsatz lieferte der Dienstleistungsbereich, den HP im vergangenen Jahr durch den Zukauf des IT-Service-Anbieters EDS gestärkt hat.
Der Nettogewinn sank im Quartal von 2,1 Milliarden vor einem Jahr auf 1,7 Milliarden Dollar. Verschiedene Sonderposten herausgerechnet lag der Gewinn je Aktie bei 86 Cent und entsprach damit den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Gesamtumsatz fiel um drei Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls im Rahmen der Erwartungen.
HP hatte nach der Übernahme des IT-Dienstleisters Electronic Data Systems (EDS) im vergangenen Jahr bereits den Abbau von 24.600 Arbeitsplätzen angekündigt. Finanzchefin Cathie Lesjak sagte, bei den neuen Kürzungen handele es sich um "gezielte Maßnahmen zum strukturellen Wandel und zur Verbesserung der Effektivität unseres Produktgeschäftes".
wal/Reuters/AP
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