Frankfurt am Main - Die Bundesbank rechnet in den kommenden Monaten mit fallenden Verbraucherpreisen. Sinkende Energie- und Nahrungsmittelpreise dürften die Kosten für die Lebenshaltung "teilweise deutlich" unter das Vorjahresniveau drücken, steht in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht.
Die Entwicklung spiegele das Auf und Ab an den internationalen Rohstoffmärkten wider, erklärte die Bundesbank. Dies dürfe nicht mit deflationären Tendenzen - also einem Preisverfall auf breiter Front - verwechselt werden.
Derzeit steigen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr noch leicht, die Inflationsrate liegt also über null. Doch schon im Mai hält die Bundesbank eine nachlassende Teuerung für möglich. Dann werde sich die Welle von Preissenkungen im Einzelhandel "voll auswirken". Bereits im März war die jährliche Teuerungsrate mit 0,5 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen. Im April hat sie sich nur leicht auf 0,7 Prozent erholt.
"Darüber hinaus haben weitere Gasversorger Preisrücknahmen angekündigt", schreibt die Bundesbank in ihrem Bericht. Dadurch könnte die Inflationsrate über mehrere Monate hinweg unter null sinken. Was für die Verbraucher erfreulich klingt, bringt die Unternehmen in Not. Fallende Preise bedeuten für sie sinkende Einnahmen - in der aktuellen Rezession keine gute Aussicht.
Immerhin: Eine Deflation, also eine allgemeine Abwärtsspirale, ist der Bundesbank zufolge für die deutsche Wirtschaft nicht in Sicht. Nach dem rasanten Absturz zum Jahresbeginn sehen die Experten nun sogar erste Anzeichen für eine Abschwächung der Krise. "Die konjunkturelle Belastung der deutschen Wirtschaft dürfte im ersten Quartal 2009 den Höhepunkt erreicht haben", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht.
Zuletzt habe es immer mehr Konjunktursignale gegeben, die auf ein Nachlassen des Abwärtsdrucks hindeuteten. "Es scheint, dass das verlorengegangene Vertrauen allmählich zurückkehrt." Auch die für die Exportnation Deutschland schmerzhaften Rückgänge im Außenhandel dürften nach Einschätzung der Notenbank in den kommenden Monaten nicht mehr ganz so stark ausfallen.
wal/Reuters/dpa
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