Hamburg - Die Bürgschaft in Höhe von 4,5 Milliarden Euro reicht nicht: Der österreichisch-kanadische Automobilzulieferer Magna knüpft eine Rettung des Autobauers Opel nach Informationen des SPIEGEL an weitere staatliche Hilfen. Das geht aus dem Übernahmekonzept Magnas hervor, das der Konzern bei der Bundesregierung eingereicht hat.
Magna
werde mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM)
, der Bundesregierung und dem Pensionssicherungsverein zusammenarbeiten, "um eine akzeptable Lösung zu finden und einzuführen", heißt es in dem Konzept.
Magna-Gründer Frank Stronach: Zwei Prozent des Nettogewinns sollen gespendet werden
Magna stellt zudem in Aussicht, jedes Jahr zwei Prozent seines Nettogewinns für wohltätige Zwecke zu spenden. Obwohl in den deutschen Werken Personal abgebaut wird, sollen die Fertigungszahlen kräftig steigen. So sollen in Rüsselsheim nach den Plänen künftig 250.000 Autos vom Band rollen, derzeit sind es nur 160.000. Selbst in Bochum soll die Produktion um 58.000 Einheiten steigen.
Guttenberg ist skeptisch
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht das Magna-Konzept dennoch genauso skeptisch wie die beiden Konkurrenzangebote von Fiat
und dem Finanzinvestor Ripplewood. "Eine Risikoanalyse, die keine Zweifel lässt, steht noch aus", sagte er dem SPIEGEL. "Insofern bleibt auch eine geordnete Insolvenz immer noch eine Option."
Magna hatte am Freitag mitgeteilt, bei einer Opel-Übernahme mit seinem russischen Partner Sberbank 700 Millionen Euro in den angeschlagenen deutschen Autobauer investieren zu wollen. Die Summe solle teils von der Bundesregierung garantiert werden. Die Bundesländer mit Opel-Standort zeigten sich uneinig über die Angebote, die Magna und seine Mitbewerber Fiat und Ripplewood am Mittwoch vorgelegt hatten.
Das nicht-bindende Kaufangebot von Magna sieht nach eigenen Angaben vor, dass GM einen Anteil von 35 Prozent an dem deutschen Autobauer behalten solle, erklärte Magna. Sberbank werde ebenfalls 35 Prozent übernehmen, Magna selbst 20 Prozent und die Opel-Belegschaft die übrigen zehn Prozent.
Die "Frankfurter Rundschau" ("FR")berichtete, Magna plane eine stärkere Auslastung des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim. Dort solle neben dem Modell Insignia auch der neue Astra produziert werden. Für Bochum bleibe der Zafira übrig. Magna erwägt nach "FR"-Informationen das britische Werk Luton und den belgischen Standort Antwerpen zu schließen.
Die vier Ministerpräsidenten mit Opel-Standort in ihrem Land kamen am Freitag im Bundeskanzleramt mit den Spitzen der Regierung zusammen, um die Übernahmekonzepte von Magna, Fiat und Ripplewood zu bewerten. Der hessische Regierungschef Roland Koch (CDU) sagte danach, Magna erfülle "die Bedingungen mit weitem Abstand am meisten". Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, es sei "gemeinsamer Wille", die Verhandlungen fortzusetzen, sicher mit einem "Schwerpunkt Magna". Auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich in der "Frankfurter Rundschau" klar für Magna aus: Der Zulieferer habe "ein sehr solides Konzept vorgelegt".
Rüttgers stellt sich quer
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verwies hingegen auf die offenbar von Magna geplanten Stellenstreichungen im Werk in Bochum mit seinen derzeit 5300 Mitarbeitern. Medienberichten zufolge will der Zulieferer dort 2200 Jobs abbauen - von 2500 in ganz Deutschland. Dies sei "nicht akzeptabel" und "unfair", sagte Rüttgers. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte, die kommenden "vier, fünf Tage" seien entscheidend.
US-Präsident Barack Obama gibt sich unterdessen zuversichtlich, dass die angeschlagene Opel-Mutter GM nach der Sanierung wieder auf den Erfolgsweg zurückfindet. "Ich glaube, GM wird eine starke Firma sein", sagte Obama in einem Interview mit dem Fernsehsender C-Span, das am Samstag ausgestrahlt werden sollte. "Sobald die Wirtschaft wieder anzieht und GM seine Umstrukturierung abgeschlossen hat, wird es wieder aufwärts gehen."
Obama äußerte sich nicht dazu, ob die Sanierung der Opel-Mutter unter Gläubigerschutz stattfinden soll oder nicht. Er hoffe, dass GM und der insolvente Rivale Chrysler nach ihrer Sanierung schlankere und konkurrenzfähigere Unternehmen seien, die mit verbrauchsarmen Autos Zukunftsmärkte erobern, sagte Obama.
Am Freitag hatte seine Regierung GM eine weitere Kapitalspritze über vier Milliarden Dollar genehmigt. Damit belaufen sich die bisher vom Staat bereitgestellten Mittel für GM nun auf insgesamt 19,4 Milliarden Dollar.
GM muss der US-Regierung bis zum 1. Juni ein tragfähiges Konzept für seine Zukunft vorlegen, um in den Genuss weiterer Hilfen zu kommen. Andernfalls droht dem Konzern die Insolvenz. Um die deutsche GM-Tochter Opel buhlen der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna, der italienische Fiat-Konzern und der Finanzinvestor RHJ International.
sam/AFP/Reuters
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gottseidank- ich hatte schon angst,die wollen auch ein paar mrd bezahlen. mehr...
Zuviel Überkapazität, zuviel Staatsintervention. Niemand will Opel, niemand braucht Opel. Trotz Steuergelder wird Opel Pleite gehen ob die Politiker (und Bürger) und Gewerkschaften das mögen oder nicht. Die Wahl ist vorbei, es [...] mehr...
Anders ausgedrückt, sie weigern sich den Arbeitsplatzerhalt von GM und Magna in Rechnung stellen zu lassen. mehr...
... denn sowohl Großbritannien als auch Spanien haben sich jetzt gegen den deutschen Rettungsplan ausgesprochen. Der Zirkus geht jetzt erst richtig los, wenn die Bundesregierung - sprich Merkel - versucht, ihre Vorstellungen und [...] mehr...
Die Politiker sind dafür das die Manager für ihre Fehler mit eigenem Geld haften. Vielleicht sollten die jetzigen Politiker mit eigenem Geld haften wenn Opel die 4,5 Milliarden versenkt hat und anschließend Pleite ist.Manches geht [...] mehr...
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