Paris - Die Wirtschaftsleistung in den OECD-Staaten ist im ersten Quartal erneut geschrumpft: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Mitgliedstaaten sei zum Vorquartal um 2,1 Prozent eingebrochen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit. Das sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1960 gewesen. Im vierten Quartal 2008 war das BIP bereits revidiert um zwei Prozent gesunken.
Alle Industriestaaten waren betroffen. Am stärksten war der Rückgang in Japan mit minus vier Prozent. In Deutschland sackte das BIP um 3,8 Prozent ab und in den USA um 1,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die OECD-Wirtschaft um 4,2 Prozent eingebrochen.
Unter den deutschen Spitzenmanagern wächst jedoch die Hoffnung auf ein Ende der schweren Rezession. Ihre Stimmung hellte sich im Mai den zweiten Monat in Folge auf, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mitteilte. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,5 Zähler auf 84,2 Punkte - das ist der höchste Stand seit einem halben Jahr.
Die Industrie rechnet sich wegen der mittlerweile stabileren Weltwirtschaft wieder bessere Exportchancen aus und will weniger Stellen streichen als geplant. Auch Handel und Dienstleister setzen auf das zweite Halbjahr. Nur in der Bauwirtschaft behielten die Pessimisten die Oberhand. Grund ist die miserable Auftragslage. Im ersten Quartal brach das Neugeschäft um 16,4 Prozent ein.
Ein echter Aufschwung ist nach den Worten von Ifo-Experte Klaus Abberger aber noch nicht in Sicht. Die steigende Arbeitslosigkeit etwa könne den Konsum dämpfen.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach von einer besseren Stimmung in den Unternehmen. "Die wirtschaftliche Talsohle scheint zumindest erreicht", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Nachrichtenagentur Reuters. Nach den Umsatzeinbrüchen der vergangenen Monate komme es nun aber immer häufiger zu Finanzierungsproblemen.
Analysten schlussfolgern aus dem steigenden Ifo-Index, dass Deutschland das Schlimmste hinter sich habe. "Das ist ein weiteres klares Signal dafür, dass der Sturzflug der Wirtschaft beendet ist", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Rezession habe an Tempo verloren und könne im Herbst enden. "Es wird aber nur eine blutleere Aufwärtsbewegung folgen", sagte der Ökonom.
An den Märkten sorgte der Ifo-Index für leichte Enttäuschung, weil Analysten einen etwas stärkeren Anstieg erwartet hatten. Der Eurokurs fiel deshalb auf ein Tagestief und rutschte unter die Marke von 1,40 Dollar.
cte/Reuters/dpa-AFX
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