Hamburg/Flensburg - Von Ruhestand keine Spur: Hilmar Kopper wagt sich noch einmal an eine Herkulesaufgabe. Er soll helfen, die angeschlagene HSH Nordbank aus der Krise zu führen. Der 74-Jährige sei auf Vermittlung des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) als Aufsichtsratschef der Krisenbank vorgeschlagen worden, meldeten am Montag das "Flensburger Tageblatt" und die "Bild"-Zeitung.
Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper: Designierter Krisenhelfer
Kopper würde Nachfolger von Wolfgang Peiner werden, der bereits seit längerem seinen Rückzug angekündigt hat. Der Bankmanager müsste zunächst von der ordentlichen Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.
Die HSH Nordbank hat wegen der Finanzkrise Milliardenverluste zu verkraften und nur durch staatliche Hilfe überlebt. In der vergangenen Woche erhöhten die Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein das Kapital der Bank um drei Milliarden Euro, um die Weiterführung des Instituts zu ermöglichen.
Kopper, ehemals Vorstandssprecher der Deutschen Bank
, gehörte zu den wichtigsten Top-Bankern im nationalen und internationalen Bankgeschäft. Ihm werden jedoch auch Misserfolge nachgesagt, so etwa die enge geschäftliche Bindung der Deutschen Bank an den Immobilien-Betrüger Jürgen Schneider und seine langjährige Unterstützung für Daimler-Chef Jürgen Schrempp, als er den Aufsichtsrat des Autobauers führte.
Im Gedächtnis geblieben ist vor allem eine Kopper-Äußerung aus dem Jahr 1994, als er Handwerker-Rechnungen von 50 Millionen Mark als "Peanuts" bezeichnete. Mit diesem unglücklichen Vergleich zu den Verlusten, die die Deutsche Bank durch den Zusammenbruch des Schneider-Imperiums erlitten hatte, kreierte Kopper das "Unwort des Jahres".
mik/dpa/AP
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