Wirtschaft



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27.05.2009
 

Investorensuche

GM gibt Europa-Geschäft an Opel ab

Wichtiger Fortschritt bei Opel: Der US-Mutterkonzern GM macht den Weg für eine Abspaltung seines europäischen Geschäfts frei - die Werke, Patente und der Zugriff auf Technologien fallen schuldenfrei an die deutsche Tochter. So soll sie attraktiver für einen rettenden Investor werden.

Frankfurt am Main/Berlin/New York - Opel forciert die Abspaltung von General Motors (GM) Chart zeigen: Am Mittwochvormittag stimmte der Aufsichtsrat des deutschen Autobauers in einer außerordentlichen Sitzung der Übertragung von europäischen Fabriken, Rechten und Patenten von GM an Opel zu, sagte der Opel-Betriebsratschef und stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende Klaus Franz der Nachrichtenagentur Reuters. "Durch die Übertragungen wird die neue Adam Opel GmbH schuldenfrei eine Partnerschaft mit einem möglichen Investor eingehen können", ergänzte er.

Opel-Werk(in Bochum): "Schuldenfrei in eine Partnerschaft"
DPA

Opel-Werk(in Bochum): "Schuldenfrei in eine Partnerschaft"

Auch der US-Mutterkonzern macht den Weg frei für eine Abspaltung seines europäischen Geschäfts. Die Werke, Patente und der Zugriff auf Technologien seien schuldenfrei auf die Adam Opel GmbH übertragen worden, teilte ein Werkssprecher mit. Der Aufsichtsrat habe das zur Kenntnis genommen und beschlossen.

Die Suche nach einem Investor für Opel geht am Mittwoch in die entscheidende Phase. Bei einem Gipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden Vertreter der US-Regierung, von GM und Opel sowie der Übernahmeinteressenten am Abend zusammentreffen. Als mögliche Abnehmer gelten der italienische Hersteller Fiat, der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der Finanzinvestor Ripplewood. Zudem hat sich mit dem chinesischen Automobilkonzern Bejing Automotive Industry Holding Company ein vierter Interessent in Position gebracht. Die vorherige Trennung von Opel und GM gilt als Voraussetzung für einen Einstieg.

Bei dem Treffen im Kanzleramt, das bis spät in die Nacht gehen könnte, sollen die Einzelheiten beraten werden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte im ARD-Morgenmagazin, es stünden "drei Fragen an: Welchen Investor würden wir vorziehen? Wie sieht es aus mit dem Treuhandmodell? Und daraus resultiert die Frage eines Überbrückungskredits in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro." Wahrscheinlich wollten Investoren auch mittelfristig eine Unterstützung bei der Finanzierung von Opel bekommen.

Allerdings kann offenbar keines der Konzepte bislang wirklich überzeugen: Vor dem Spitzentreffen gibt es in der Regierung Presseberichten zufolge Zweifel an den Plänen. Aus einer regierungsinternen Bewertung geht hervor, dass Bedenken sowohl gegen Magna als auch gegen Fiat bestehen, berichten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und das "Handelsblatt".

"Eine Reihe von anderen Faktoren sind erst noch zu klären - wahrscheinlich in dieser Nacht", sagte Steinbrück. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft von Opel mit seinen 25.000 Beschäftigten und den deutschen Standorten in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern fällt allerdings nicht in Berlin, sondern beim amerikanischen Mutterkonzern GM. Der dürfte spätestens Montag Insolvenz anmelden. Die US-Regierung könnte danach bis zu 70 Prozent der Anteile an dem Autobauer übernehmen, berichtete das "Wall Street Journal".

GM auf dem Weg in die Insolvenz

Die Insolvenz wird dabei immer wahrscheinlicher: Am Mittwoch dürfte bekanntgegeben werden, dass Tausende Besitzer von GM-Anleihen einen Umschuldungsplan abgelehnt haben. Dieser Plan hätte den Investoren zehn Prozent der GM-Anteile im Gegenzug für die Aufgabe von Schuldverschreibungen im Volumen von 27 Milliarden Dollar gebracht.

Mindestens 90 Prozent der Anleihe-Gläubiger müssten dem Angebot zustimmen, um eine der Bedingungen der US-Regierung zu erfüllen. Sie hat GM eine Frist bis nächsten Montag gesetzt, einen tragfähigen Sanierungsplan vorzulegen. Andernfalls muss das mit inzwischen 19,4 Milliarden Dollar Staatsgeldern gestützte Unternehmen Insolvenz anmelden.

suc/Reuters/AP/dpa

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