Von Marc Pitzke, New York
Mit dem inzwischen auf 70 Prozent erhöhten Anteil würde die US-Regierung Mehrheitseigner eines umstrukturierten GM - und der Konzern nach 100 Jahren zum Staatsunternehmen. Nie zuvor hat Washington dergestalt in die Privatwirtschaft eingegriffen - mit Ausnahme des Versuchs, 1952 die Stahlbranche zu nationalisieren, der aber vom Obersten US-Bundesgericht gestoppt wurde. Das Auto-Engagement, hat Regierungssprecher Robert Gibbs versichert, solle kein Präzedenzfall sein.
Gibbs betonte am Mittwoch erneut, dass die Entscheidungen über Werksschließungen und Kündigung von Vertragshändlern bei GM und Chrysler nicht von der Auto-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses gefällt würden, sondern "von den Firmen selbst". Auffällig ist jedoch, dass jeder dieser Beschlüsse von der Regierung in irgendeiner Form vorgezeichnet worden war.
Der republikanische Senator Bob Corker sprach deshalb bereits von einer "Machtergreifung durchs Weiße Haus": Diese Einmischung in die freie Marktwirtschaft sei "atemberaubend". Auch die US-Medien, darunter die "Washington Post" und die "New York Times", verspotten das neue GM schon als "Government Motors".
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Krise der Autoindustrie 2008/09 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH