Hamburg - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking muss möglicherweise um seine hohen Gehälter der vergangenen Jahre fürchten: Dies ist die Folge einer Klage, die im März beim Landgericht Stuttgart einging, berichtet das manager magazin.
Die Protagon Capital GmbH aus Berlin beantragt in der Klage, die Entlastung von Porsches Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2007/08 für unwirksam zu erklären.
Die Gefahr für Wiedeking liegt in der Begründung: Protagon, eine Gruppe von Profiaktionären rund um den Berliner Rechtsanwalt Martin Weimann, hält Wiedekings Gehalt nicht nur für sittenwidrig. Es verstoße auch gleich doppelt gegen das Aktienrecht.
Wiedeking hatte für das Jahr 2007/2008 offenbar mehr als 77 Millionen Euro kassiert. Dem Porsche-Lenker stehen vertraglich etwa 0,9 Prozent des Vorsteuerergebnisses zu. Erstens falle ein Salär in dieser Höhe nicht mehr in den Ermessensspielraum des Aufsichtsrats, argumentieren die Kläger. Zweitens komme Wiedekings Kontrakt einem Teilgewinnabführungsvertrag gleich.
In der wiedekingschen Variante dürfe über eine solche Klausel nur die Hauptversammlung von Porsche
beschließen. Über den Vertrag jedoch entschied der Aufsichtsrat. Aktienrechtler räumen dem Antrag durchaus Erfolgsaussichten ein.
Wiedeking gilt als Top-Verdiener: Mit seinem Salär hängte er im vergangenen Jahr die europäischen Konkurrenten ab. Der Porsche-Chef landet laut einer manager-magazin-Studie zur Entwicklung der Vorstandsgehälter unangefochten auf Platz eins - mit 77,4 Millionen Euro war Wiedeking wie 2007 der Primus unter Europas Konzernchefs.
Insgesamt sind die Gehälter der Chefs von europäischen Unternehmen 2008 um 18 Prozent gesunken, Dax-Vorstände haben sogar 25 Prozent weniger verdient ( siehe Fotostrecke). Im Durchschnitt kam der Vorstandschef eines Stoxx-Unternehmens auf rund 5,7 Millionen Euro, 2007 waren es noch rund 6,9 Millionen Euro.
suc
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