Wirtschaft



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29.05.2009
 

Spitzelaffäre

Deutsche Bank ließ Vorstände und externe Kritiker beobachten

Es klingt wie aus einem Thriller: Die Deutsche Bank hat nach SPIEGEL-Informationen Bewegungsprofile von Vorständen erstellen und externe Kritiker bespitzeln lassen. In einem Fall wurde sogar die Ehefrau eines Managers ausgeforscht. Jetzt prüft die Finanzaufsicht.

Hamburg - Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Bank nimmt immer größere Ausmaße an. Die Konzernsicherheit ließ nach SPIEGEL-Informationen offenbar im Rahmen einer Überprüfung des Sicherheitskonzepts der Bank mehrere Deutsche-Bank-Manager und -Aufsichtsräte sowie externe Kritiker durch eine Detektei bespitzeln. Die Anzahl der Betroffenen bewegt sich im einstelligen Bereich.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Spähmanöver als Sicherheitskonzept
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DPA

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Spähmanöver als Sicherheitskonzept

Die beauftragten Ermittler gingen dabei "entschieden zu weit", sagt ein Insider, "sowohl bei den Personen wie auch bei den eingesetzten Mitteln". Unter anderem wurden offenbar von Vorständen der Bank Bewegungsprofile erstellt sowie in einem Fall die Ehefrau ausgeforscht. Einer der betroffenen Vorstände soll Hermann-Josef Lamberti sein, zuständig für den EDV-Bereich. Im Aufsichtsrat war ein Arbeitnehmervertreter das Opfer des Spähmanövers.

Die Nachforschungen im Umfeld der Bank zielten unter anderem auf Personen, die im weiteren Sinne dubiosen Aktionärsschützerkreisen und dem Umfeld des Medienunternehmers Leo Kirch zuzuordnen sind. Es kam dabei aber nicht zu flächendeckenden Nachforschungen, sondern nur zu punktuellen Einzelaktionen.

Der Schwerpunkt der Schnüffelangriffe fällt ins Jahr 2006. Damals unterstand die Konzernsicherheit zeitweise noch dem heutigen Aufsichtsratschef Clemens Börsig. Die Betroffenen wurden nie informiert, die Aktion bankintern als Verschlusssache behandelt. Die Deutsche Bank wollte zu der Sache "keine Stellungnahme" abgeben.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat inzwischen eine Sonderprüfung eingeleitet. Für diesen Zweck beauftragten die Bankenwächter eine große Wirtschaftsprüfergesellschaft. Die Deutsche Bank lässt die Affäre durch eine externe Anwaltskanzlei abklären.

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insgesamt 48 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
11.09.2009 von Alka Wumm:

Ich werde es nie vergessen, wie der gute Rogowski, ehemaliger BDI-Präsident und IKB Aufsichtsratsmitglied, sich in der Sendung "Hart aber Fair" damit für das Schlamassel entschuldigte, dass er vom Bankwesen keine [...] mehr...

10.09.2009 von berlinerin95:

Und wieder drei neue Mammutbehörden. Ich frage mich, was sich dadurch für den Bankkunden und Anleger zum Positiven wenden soll. Schon jetzt bestimmt ja die EU mit immer zahlreicher und unübersehbarer werdenden Richtlinien über [...] mehr...

10.09.2009 von saul7: Daran

kann doch gar kein Zweifel bestehen!!! Insoweit ist eine verstärkte Kontrolle über Banken, wie sie zurzeit von der EU ausgearbeitet wird nur zu begrüßen. Typisch aber wieder: Deutschland und GBR haben sich eine Art Vetorecht [...] mehr...

10.09.2009 von Family Man:

der Film heißt "The Corporation" gibt es hier gratis zum runterladen oder kaufen. http://www.thecorporation.com/ http://de.wikipedia.org/wiki/The_Corporation mehr...

10.09.2009 von Tom_63: Zeit wirds

Es wird Zeit, dass die Banken an die Leine genommen werden. Schließlich verwalten sie nur unser Geld und nicht deren. Wenn am Schluß alles zu Null rausläuft, dann müssen alle zufrieden sein. Diejenigen Banken die spekulieren [...] mehr...

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