Hamburg - Der Augsburger Bischof Walter Mixa fordert von Managern und anderen Wirtschaftsverantwortlichen, dass sie sich "neben ihrer Arbeit auch in Hilfswerken und Organisationen engagieren, die den Lebenswert der anderen Mitmenschen anheben".
Bischof Mixa: "Hier kann die Kirche nicht schweigen"
In einem SPIEGEL-Gespräch kritisiert der katholische Geistliche den "überzogenen Kapitalismus", der zur Folge habe, "dass viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren oder zur Kurzarbeit gezwungen sind". Mixa wörtlich: "Hier kann die Kirche nicht schweigen."
Wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, fordert der Bischof von seiner eigenen Institution, "dann muss die Kirche ihre Stimme erheben. Das ist ein gesellschaftspolitischer Auftrag, den die Kirche um des Menschen willen nicht vernachlässigen darf".
Doch damit nicht genug der deutlichen Worte: Die Finanzkrise sei "die Folge eines Sündenfalls", denn "es wurde nicht mehr mit den Gütern dieser Welt in der rechten Verantwortung umgegangen".
Nur durch "Buße, durch Umkehr und Neudenken" könnte die Kirche den Finanzsündern vergeben.
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder verstärkt Kritik an Managern gegeben, die sich vor allem an überzogenen Gehaltsforderungen und Bonuszahlungen entzündete.
Angesichts von Milliardenverlusten und staatlicher Rettungsprogramme vor allem für Banken halten weite Teile der Bevölkerung diese für unangebracht.
sam
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