Wirtschaft



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01.06.2009
 

Insolvenzantrag

GM beerdigt seine Vergangenheit

Von Marc Pitzke, New York

"Ein außerordentlich harter Schritt": Als General-Motors-Chef Fritz Henderson zur Insolvenz des Autobauers Stellung nimmt, ist das Wichtigste längst gesagt - von Barack Obama. Der US-Präsident rechnete mit dem alten GM-Management ab und würdigte die "Opfer" der Arbeiter.

Auf dem Weg zur dramatischsten Pressekonferenz seiner Karriere kommt Fritz Henderson im Flur an einem Ölgemälde von Alfred Sloan vorbei. Sloan war der wohl legendärste Chef von General Motors (GM), von 1937 bis 1956 führte er die Firma zu weltweiter Größe. Ein halbes Jahrhundert später ist es nun die undankbare Aufgabe seines Erben Henderson, sie zu beerdigen.

GM-Chef Henderson: "Es gibt keine andere Möglichkeit"
AP

GM-Chef Henderson: "Es gibt keine andere Möglichkeit"

"Ich frage mich, was er gemacht hätte, wäre er in meiner Situation gewesen", sinniert Henderson fast melancholisch über seinen ruhmreichen Vorvater. "Aber er war es nie."

Doch als Henderson - der den US-Autobauer selbst erst seit zwei Monaten als CEO leitet - schließlich ans Mikrofon tritt, im 25. Stock des General Motor Buildings an Manhattans Fifth Avenue, ist das Wichtigste sowieso längst gesagt. Er muss dem Mann den Vortritt lassen, der bei der Abwicklung von GM wirklich das Sagen hat: US-Präsident Barack Obama.

Und so ist es nicht Henderson, sondern Obama, der am Montagmittag die Insolvenz des einst weltgrößten Industriekonzerns vor den Kameras bekanntgibt, dieser "ikonischen amerikanischen Company", wie er es ausdrückt. Henderson muss derweil in New York abwarten, bis er dran ist, in einem Büro seiner Konkurskanzlei Weil, Gotshal and Manges, die praktischerweise im selben Hochhaus am Central Park residiert. Nebenan in einem Konferenzsaal sitzen die anderen Top-Manager von GM und verfolgen Obamas Rede mit versteinerten Mienen auf TV-Monitoren.

Der Präsident nimmt kein Blatt vor den Mund. "Von Anfang an habe ich klargemacht, dass ich keine weiteren Steuerdollar riskieren will, wenn das bedeutet, die schlechten geschäftlichen Entscheidungen fortzusetzen, die diese Firmen überhaupt erst dazu gebracht haben, um Hilfe zu bitten", sagt Obama über GM und dessen kleineren Rivalen Chrysler, der bereits vor einem Monat Insolvenz angemeldet hat. "Ich habe mich geweigert, da weiter mitzumachen."

Beide Autokonzerne hätten ihre "Chance" gehabt, fährt Obama fort. Und für beide sei jetzt nur noch eine Option geblieben - Zwangssanierung durchs Insolvenzverfahren.

Obama, in der kühl-imposanten Kulisse des Grand Foyers des Weißen Hauses, wiederholt noch einmal die weitgehend von der US-Regierung diktierten Konditionen dieser Sanierung. Die hatten seine Berater schon am Vorabend im Detail an die Öffentlichkeit lanciert, um den Schlag zu mildern und den Tonfall der Berichterstattung so weit wie möglich zu steuern.

Das weltbekannte, hundert Jahre alte GM wird demnach aufhören zu existieren. An seine Stelle soll am Ende des Insolvenzverfahrens ein "neues GM" treten, schlanker, kleiner, kaum wiederzuerkennen - und zu rund 60 Prozent im Besitz Washingtons.

Eben dieser Aspekt ist - neben dem Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen, der Schließung oder vorübergehenden Stilllegung von 14 Werken und dem Ende von 2400 Vertragshändlern - der Aspekt, der den meisten hier wohl das größte Unbehagen verursacht. GM ein Staatsbetrieb? Zu Lasten des Steuerzahlers, der insgesamt 50 Milliarden Dollar in dieses ungewisse Zukunftsprojekt stecken wird? "Ich weiß, dass das viele Amerikaner stutzen lässt", sagt auch Obama und verwendet mehrere Minuten darauf, die Wogen zu glätten.

"Was wir nicht tun, und woran ich auch kein Interesse habe, ist, GM zu führen", versichert er. Dies sei der Job des neuen Direktorats - welches freilich, wie das Weiße Haus zuvor mitgeteilt hatte, nun mehrheitlich von der Regierung bestimmt wird. "Die US-Regierung wird bei allen außer den fundamentalsten Management-Entscheidungen darauf verzichten, ihr Recht als Shareholder auszuüben." Ein "Hände-Weg-Ansatz", so schwört Obama.

Zwei GM-Bosse, die das in New York live mitanhören, gucken sich da nur schweigend an, einer hebt eine Augenbraue. Die Zweifel stehen ihnen in die Gesichter geschrieben.

Obama lobt die erst vor zwei Monaten von ihm selbst neu installierte GM-Spitze - allen voran Henderson und den amtierenden Chairman Kent Kresa - für ihren "unermüdlichen" Einsatz. Er dankt ausdrücklich auch der deutschen Regierung für die "sorgfältige" Vermittlung des Opel-Deals - was bei der deutschen Verhandlungsseite sicher manch sarkastischen Gedanken provozieren dürfte. Und er dankt Kanada, das 9,5 Milliarden Dollar zuschießt und dafür zwölf Prozent am "neuen GM" bekommt.

Vor allem aber würdigt Obama die Zehntausenden GM-Arbeiter, die im Verlauf dieses "chirurgischen Insolvenzverfahrens" nun ihren Job, ihre Krankenkasse, ihre Rente verlieren werden. "Ihr bringt ein Opfer für die nächste Generation - ein Opfer, das ihr wahrscheinlich nicht freiwillig gebracht hättet, doch ein Opfer, um das ihr trotzdem gebeten wurdet."

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Das war nicht die Frage. mehr...

21.08.2009 von joe sixpack: Irgendein Erklärung ?? ;-)

Sorry, kann Ihnen leider nicht erklaeren, warum keines dieser Fahrzeuge laenger als 5 Meter ist... Vielleicht fragen Sie bei den jeweiligen Herstellern nach? mehr...

21.08.2009 von AndyH:

Da steht noch: Top automakers in CARS: Toyota: 18.9% General Motors: 17.6% Ford: 15.4% Honda: 12.9% Chrysler: 9.1% Im "Top 10" stehen aber keine Modelle von GM und Chrysler. Trotzdem hat GM fast so viel [...] mehr...

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