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Insolvenzantrag GM beerdigt seine Vergangenheit

2. Teil: "Erst war ich wütend, dann habe ich geweint" - die Folgen der Insolvenz für die Mitarbeiter von General Motors

Wie genau dieses Opfer wirklich aussieht, erfahren die Betroffenen zur gleichen Zeit an Ort und Stelle. GM benennt die 14 Werke, die geschlossen oder heruntergefahren werden, darunter viele historische Stätten. Etwa die frühere Saturn-Fabrik in Spring Hill in Tennessee, bekannt für ihre "Homecoming"-Partys für Autokäufer, und das Getriebewerk Willow Run in Michigan, wo im Zweiten Weltkrieg B-24-Bomber gebaut wurden.

"Erst war ich wütend, dann habe ich geweint, dann wurde ich wieder wütend", sagt der für Willow Run zuständige Gewerkschaftschef Don Skidmore vor Journalisten. "Und dann dachte ich, machen wir uns lieber wieder an die Arbeit und lasst uns sehen, was wir tun können."

Die vielen privaten Tragödien, die daraus nun erwachsen werden, versucht Obama mit dem typisch amerikanischen Drang nach einer besseren Zukunft zu verklären: "Heute wird das Ende des alten GM markieren und den Beginn eines neuen GM." Es ist die neue, doch wenig hilfreiche Sprachregelung der Krise.

Auch Henderson wiederholt diesen Satz gleich zweimal, als er schließlich in New York vor die Kameras tritt - in einem Skyscraper, der nur noch den Namen seines Konzerns trägt und den GM schon voriges Jahr aus Geldnot an ein Bankenkonsortium verkaufen musste. Seine Miene ist ernst, doch im Laufe der mehr als einstündigen Pressekonferenz ist ihm anzumerken, dass er auch erleichtert ist. Er wolle, sagt er ironisch, der Rede Obamas "ein paar Beobachtungen meinerseits hinzufügen".

Das Insolvenzverfahren sei ein "außerordentlich harter und schwieriger Schritt", gibt er zu - "professionell und persönlich". Vor allem der mehrheitliche Abtritt seines Konzerns an den Staat schmerze, aber er glaube dem Präsidenten, wenn der die geringst mögliche Einmischung verspreche.

GM-Markenübersicht
DPA
General Motors hat sein Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen. Nun will der Konzern erneut an die Börse - aber wie gut ist er aufgestellt? SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Marken vor.
122 Seiten umfasst der Insolvenzantrag, den GM beim selben Konkursgericht in Lower Manhattan einreicht, vor dem gerade auch das Schicksal von Chrysler entschieden wird. Darin beziffert GM seine Aktivposten auf 82,3 Milliarden Dollar - und seine Schulden auf mehr als das Doppelte: 172,8 Milliarden Dollar. Insolvenz sei die einzige Option, schreibt Henderson darin: "Es gibt keine andere Verkaufsmöglichkeit, nicht mal potentielle Käufer, gegenwärtig oder in Zukunft."

Vor der Presse zeigt sich Henderson später ebenfalls "außerordentlich dankbar" für die "Unterstützung" der deutschen Regierung. Zum Thema Opel will er freilich wenig mehr sagen. Ja, es sei seine Priorität gewesen, diese Frage vor dem 1. Juni "zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen", damit GM alle ausländischen Vermögenswerte aus dem Insolvenzverfahren heraushalten konnte. Ja, es seien "komplexe, angespannte Verhandlungen" gewesen. Ob er selbst während der Verhandlungen mit Kanzlerin Angela Merkel gesprochen habe? "Nein, aber ich war persönlich eingebunden", seufzt Henderson und ergänzt: "Mitten in der Nacht."

Den Großteil seiner Worte widmet Henderson freilich den GM-Kunden - und Ex-Kunden, "die uns aufgegeben haben" und an die er nun appelliert, GM eine "zweite Chance" zu geben: "Wir wissen Ihr Vertrauen zu schätzen." Denn ohne neue US-Autokäufer wird natürlich auch das kleine, "neue GM" nicht überleben können.

Dieses "neue GM" werde jedenfalls "schlanker, schneller" sein. Doch es bleibt ein hochriskantes Spiel: Auch Henderson kann nicht hundertprozentig sagen, ob "new GM" seine avisierte Gewinnschwelle erreichen wird.

Was hätte der legendäre Alfred Sloan an seiner Stelle getan? Die Frage lässt Henderson nicht los. "Würde er heute hier stehen", sagt er, "dann würde er sagen: Erledige deinen Job."

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insgesamt 634 Beiträge
Benjamin1965 30.03.2009
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt stellen. Leider kann man das von einer deutschen Regierung nicht behaupten.
Laotse 30.03.2009
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
Beutz 30.03.2009
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Tom_63 30.03.2009
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das [...]
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das Gleiche. Wenn sie weiter so schlafen dann ist es auch um sie geschehen. Auf keinen Fall dürften die Autobauer durch staatliche Hilfe gestützt werden. Dies gilt auch für die Banken.
kleinrentner 30.03.2009
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die [...]
Zitat von LaotseDa müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die asozialen Opelbetriebsräte, denen das Schicksal und vor allem die Arbeitsbedingungen ihrer Leih-und Zeitarbeiter jahrelang nicht im Geringsten interessierte, jetzt die deutsche Politik mitleidsheischend versuchen in eine Staatsbeteiligung zu quatschen. Schlage vor, die Herren Betriebsräte fahren nach Detroit und jammern da, bei ihrem Herrn und Brötchengeber. Opel ist schliesslich seit 80 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr, und als Steuerzahler ein Totalverweigerer.
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