London - Die Welt erscheint weniger friedlich als noch vor einem Jahr. Mehr instabile Verhältnisse, mehr gewalttätige Auseinandersetzungen diagnostizieren die Autoren des Rankings für den Global Peace Index 2009. Dazu kamen in den vergangenen zwölf Monaten steigende Preise für Nahrungsmittel. Ab Herbst 2008 folgten Einbrüche an den Finanzmärkten, abstürzende Immobilienpreise und zunehmende Arbeitslosigkeit.
All das zusammen sorgte weltweit für Unmut in der Bevölkerung. Kurz: Die Krise hat die Welt zu einem unfriedlicheren Ort gemacht.
Der friedlichste Ort der Erde ist der Studie zufolge Neuseeland. Der Staat konnte wegen der Wahl einer neuen Regierungskoalition, einer niedrigen Mordrate und geringen Verteidigungsausgaben aufsteigen. Die Staat verdrängte Island vor der Spitze. Die Finanzkrise hatte dort zu Protesten geführt. Island fiel auf Platz vier.
Deutschland behauptete sich in der Spitzengruppe der 20 friedvollsten Länder, rutschte gegenüber dem Vorjahr aber von Rang 14 auf Rang 16 ab.
Schlusslichter sind zwei Staaten, in denen seit Jahren Krieg gegen den Terror geführt wird. Auf dem letzten Platz befindet sich, wie schon im Vorjahr, der Irak. Afghanistan rutschte auf den vorletzten Rang - hinter Somalia. Die USA stiegen um sechs Plätze - auf Rang 83, nachdem die Forscher das Risiko eines Terroranschlags herabstuften.
| GPI: Die 20 friedlichsten Staaten | ||
| Rang | Vorjahresplatz | Land |
| 1 | 4 | Neuseeland |
| 2 | 2 | Dänemark |
| 3 | 3 | Norwegen |
| 4 | 1 | Island |
| 5 | 10 | Österreich |
| 6 | 13 | Schweden |
| 7 | 5 | Japan |
| 8 | 11 | Kanada |
| 9 | 8 | Finnland |
| 10 | 16 | Slowenien |
| 11 | 17 | Tschechien |
| 12 | 6 | Irland |
| 13 | 9 | Luxemburg |
| 14 | 7 | Portugal |
| 15 | 15 | Belgien |
| 16 | 14 | Deutschland |
| 17 | 33 | Katar |
| 18 | 12 | Schweiz |
| 19 | 27 | Australien |
| 20 | 19 | Chile |
| Quelle: Global Piece Index 2009 | ||
"Es gibt einen sehr, sehr starken Zusammenhang zwischen Frieden und Wohlstand", sagte der Initiator des Index, Steve Killelea. "Frieden ist ein führender Indikator für wirtschaftlichen Wohlstand." Killelea, Unternehmer aus Australien, hatte das Ranking 2007 ins Leben gerufen. Seitdem wird es jährlich in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin "Economist" erhoben. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über den Zusammenhang von Entwicklung, Wirtschaft und Frieden geben.
23 Faktoren fließen in die Berechnung der Friedenswerte ein, darunter politische Stabilität, Gewalt, Menschenrechte und internationale Beziehungen. Zu jedem dieser Aspekte werden Punkte vergeben, wobei in der Auswertung gilt, dass ein Land umso friedlicher ist, je weniger Punkte es bekommt.
Im Verständnis der Autoren ist Frieden mehr als das Nicht-Vorhandensein von Krieg. Vielmehr soll Frieden positiv bestimmt sein durch das Vorhandensein von gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, die ein konfliktarmes Miteinander ermöglichen und sichern.
tko/Reuters
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Zuerst einmal muss man den Kriegs- und Friedensbegriff dieser Studie hinterfragen: Krieg ist gewöhnlich die bewaffnete politische, ethnische oder religiöse Konfrontation zweier oder mehrer Mächte, welche in den meisten Ländern [...] mehr...
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