Wirtschaft



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02.06.2009
 

Global Peace Index

Wirtschaftskrise verschärft politische Unruhen

Finanzwerte brechen ein, die Konjunktur lahmt, die Arbeitslosigkeit wächst - nicht ohne Folgen für den Frieden: Die weltweite Wirtschaftskrise hat laut einer Studie zu mehr Instabilität und Gewalt geführt. Die USA belegen in dem Ranking Platz 83.

London - Die Welt erscheint weniger friedlich als noch vor einem Jahr. Mehr instabile Verhältnisse, mehr gewalttätige Auseinandersetzungen diagnostizieren die Autoren des Rankings für den Global Peace Index 2009. Dazu kamen in den vergangenen zwölf Monaten steigende Preise für Nahrungsmittel. Ab Herbst 2008 folgten Einbrüche an den Finanzmärkten, abstürzende Immobilienpreise und zunehmende Arbeitslosigkeit.

Unruheherde: Blaue Länder gelten als besonders friedlich, rote als instabil. Für die gesamte Weltkarte zum Global Peace Index klicken Sie auf das Bild!
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Global Peace Index

Unruheherde: Blaue Länder gelten als besonders friedlich, rote als instabil. Für die gesamte Weltkarte zum Global Peace Index klicken Sie auf das Bild!

All das zusammen sorgte weltweit für Unmut in der Bevölkerung. Kurz: Die Krise hat die Welt zu einem unfriedlicheren Ort gemacht.

Der friedlichste Ort der Erde ist der Studie zufolge Neuseeland. Der Staat konnte wegen der Wahl einer neuen Regierungskoalition, einer niedrigen Mordrate und geringen Verteidigungsausgaben aufsteigen. Die Staat verdrängte Island vor der Spitze. Die Finanzkrise hatte dort zu Protesten geführt. Island fiel auf Platz vier.

Deutschland behauptete sich in der Spitzengruppe der 20 friedvollsten Länder, rutschte gegenüber dem Vorjahr aber von Rang 14 auf Rang 16 ab.

Schlusslichter sind zwei Staaten, in denen seit Jahren Krieg gegen den Terror geführt wird. Auf dem letzten Platz befindet sich, wie schon im Vorjahr, der Irak. Afghanistan rutschte auf den vorletzten Rang - hinter Somalia. Die USA stiegen um sechs Plätze - auf Rang 83, nachdem die Forscher das Risiko eines Terroranschlags herabstuften.

GPI: Die 20 friedlichsten Staaten
Rang Vorjahresplatz Land
1 4 Neuseeland
2 2 Dänemark
3 3 Norwegen
4 1 Island
5 10 Österreich
6 13 Schweden
7 5 Japan
8 11 Kanada
9 8 Finnland
10 16 Slowenien
11 17 Tschechien
12 6 Irland
13 9 Luxemburg
14 7 Portugal
15 15 Belgien
16 14 Deutschland
17 33 Katar
18 12 Schweiz
19 27 Australien
20 19 Chile
Quelle: Global Piece Index 2009
Trotz all der Irrungen und Wirrungen an den Finanzmärkten und aller weltweiten Unsicherheit weist das Global-Peace-Index-Ranking eine ganze Reihe an Regelmäßigkeiten aus. Demnach stehen kleine, stabile und demokratische Länder an der Spitze der Liste. Von den Top 20 sind 14 west- beziehungsweise mitteleuropäische Staaten, alle fünf skandinavischen Länder rangieren in den Top Ten.

"Es gibt einen sehr, sehr starken Zusammenhang zwischen Frieden und Wohlstand", sagte der Initiator des Index, Steve Killelea. "Frieden ist ein führender Indikator für wirtschaftlichen Wohlstand." Killelea, Unternehmer aus Australien, hatte das Ranking 2007 ins Leben gerufen. Seitdem wird es jährlich in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin "Economist" erhoben. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über den Zusammenhang von Entwicklung, Wirtschaft und Frieden geben.

23 Faktoren fließen in die Berechnung der Friedenswerte ein, darunter politische Stabilität, Gewalt, Menschenrechte und internationale Beziehungen. Zu jedem dieser Aspekte werden Punkte vergeben, wobei in der Auswertung gilt, dass ein Land umso friedlicher ist, je weniger Punkte es bekommt.

Im Verständnis der Autoren ist Frieden mehr als das Nicht-Vorhandensein von Krieg. Vielmehr soll Frieden positiv bestimmt sein durch das Vorhandensein von gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, die ein konfliktarmes Miteinander ermöglichen und sichern.

tko/Reuters

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