Von Stefan Schultz
Schützenhilfe bekommen Karstadt-Chef Herzberg und Arcandor-Chef Eick von der Arbeitnehmerseite. Gewerkschaften plädieren für Staatshilfen - und lehnen eine Fusion mit dem Wettbewerber Kaufhof ab.
Sie fürchten in diesem Fall einen Job-Kahlschlag - und offenbar sind die Sorgen nicht unbegründet: Metro werde in diesem Fall bis zu 20.000 Stellen streichen, schätzt Branchenexperte Eggert. Arcandor-Insider sprechen im "Handelsblatt" gar von einem drohenden "Blutbad". Ihre Furcht: Ein Drittel aller Karstadt-Filialen könnte unter Metro-Führung wegfallen.
Angesichts der Politik-Bemühungen um die Rettung von Opel fordert Ver.di-Chef Frank Bsirske daher Staatshilfen für Arcandor. Die Zahl der Arbeitsplätze müsse in der Politik "in jedem Fall großes Gewicht haben", ebenso die Zukunft des Unternehmens, sagte er der "Berliner Zeitung". "Beides scheint mir bei Karstadt gegeben zu sein", betonte Bsirske.
Ver.di-Vizechefin Möning-Raane warnt explizit vor einer Fusion mit Kaufhof: "Ein solches Zusammengehen kann man auf keinen Fall in einer Notsituation durchsetzen, denn da wären die Opfer sehr viel größer, als wenn sich zwei Partner auf Augenhöhe zusammentun", sagte sie in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE.
Kaufhof-Chef Mandac nennt Berichte über einen drastischen Arbeitsplatzabbau im Fall einer Fusion dagegen "Panikmache". "Es gibt Überlappungen nur in 32 Städten. Das ist nicht viel", sagte er im ZDF-Morgenmagazin.
Mit Material von ddp und AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH