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Fusion mit Fiat Investoren klagen gegen Chrysler-Verkauf

Der Verkauf des insolventen US-Autobauers Chrysler an Fiat droht sich weiter zu verzögern: Pensionsfonds aus Indiana legten erneut Berufung gegen den Verkauf des Chrysler-Kerngeschäfts ein - denn das Unternehmen steht bei ihnen mit rund 42 Millionen Dollar in der Kreide.

Washington - Alle Mittel sind recht: Per Eilantrag beim Obersten Gerichtshof der USA versucht ein Pensionsfonds aus Indiana, die Übernahme des Autobauers Chrysler durch den italienischen Fiat-Konzern zu stoppen. Kurz vor Mitternacht haben die Investoren, denen der insolvente Autobauer rund 42 Millionen Dollar schuldet, am Samstag Berufung gegen den Verkauf eingelegt.

Logos von Fiat und Chrysler: Gläubiger halten Verkauf für verfassungswidrigZur Großansicht
AFP

Logos von Fiat und Chrysler: Gläubiger halten Verkauf für verfassungswidrig

Die drei Fonds werfen dem US-Finanzministerium vor, mit Hilfsgeldern aus dem Bankenrettungspaket für Chrysler Kompetenzen überschritten zu haben. Außerdem seien im Insolvenzverfahren Inhaber von besicherten Anleihen im Vergleich zu den Gewerkschaften zu schlecht behandelt worden.

In dem Antrag beim Obersten Gerichtshof werde gefordert, die bis Montagnachmittag geltende Aussetzung des Übernahmeverfahrens zu verlängern. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag. Der Eilantrag wurde demnach eingereicht, kurz nachdem ein New Yorker Berufungsgericht den Einspruch von Fusionsgegnern gegen den Chrysler-Verkauf abgelehnt hatte. Damit muss nun das Oberste US-Gericht, der Supreme Court, über den Streit entscheiden.

Ein US-Berufungsgericht in New York hatte diese Vorwürfe am Freitag zurückgewiesen, den Vollzug der Transaktion aber bis Montag ausgesetzt. Fiat kann aus dem Geschäft aussteigen, wenn der Verkauf nicht bis 15. Juni in trockenen Tüchern ist.

Der Indiana-Pensionsfonds betrachtet den Verkauf des insolventen US-Autobauers an Fiat dem Bericht zufolge als verfassungswidrig, weil die Ansprüche nachgeordneter Gläubiger über die Ansprüche großer Gläubiger gestellt würden. Laut "WSJ" verfügt das Oberste Gericht nur selten einen Aufschub von Übernahmeverfahren. Sollte es aber dem Antrag doch nachkommen, könnte sich die Fiat-Chrysler-Fusion um Wochen oder Monate verzögern.

Fiat Chart zeigen und Chrysler hatten den Einstieg Anfang Mai vereinbart. An der neuen Unternehmensgruppe soll Fiat zunächst 20 Prozent halten, ab 2013 ist eine Mehrheitsbeteiligung vorgesehen. Bei dem Einstieg der Italiener zählt jeder Tag, da Chrysler nach eigenen Angaben pro Tag Verzögerung hundert Millionen Dollar verliert.

sam/AFP/Reuters

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