Moskau - Der russische Oligarch Oleg Deripaska hat großen Ärger mit dem Kreml. Früher galt der Unternehmer als staatstreu, jetzt wird er von Ministerpräsident Wladimir Putin öffentlich gedemütigt. Im staatlichen Fernsehen beschimpfte Putin Deripaska und andere Superreiche in der vergangenen Woche als "Kakerlake".
Grund ist offenbar ein Arbeitskampf in Deripaskas Unternehmen. Derzeit sind Berichten zufolge 63 Mitarbeiter einer sibirischen Papierfabrik in den Hungerstreik getreten. Dutzende protestierten gegen das Management. Putin stellt sich demonstrativ auf die Seite der Beschäftigten - und distanziert sich damit öffentlichkeitswirksam von dem in der Bevölkerung unbeliebten Oligarchen.
Deripaska ist in Deutschland kein Unbekannter: Als größter Anteilseigner des russischen Autoherstellers Gaz ist er indirekt an der Übernahme von Opel beteiligt. Das deutsche Unternehmen soll zu 20 Prozent an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna gehen und zu 35 Prozent an die staatliche russische Sberbank. Diese wiederum ist stark bei Gaz engagiert.
Die weltweite Wirtschaftskrise hat Russland hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist sprunghaft auf 7,7 Millionen gestiegen. Angesichts dieser Lage haben Putin und Präsident Dimitrij Medwedew öffentlich erklärt, die Oligarchen würden einfachen Leuten nicht genug helfen.
Das "Forbes"-Magazin schätzte Deripaskas Vermögen im vergangenen Jahr auf 28 Milliarden Dollar. Durch die Krise hat er jedoch einen Großteil davon verloren.
wal/Reuters
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