Wirtschaft



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08.06.2009
 

Kakerlaken-Vergleich

Deripaska fällt bei Putin in Ungnade

Es geht nur um wenige streikende Arbeiter - doch die Angelegenheit ist hochbrisant: Oleg Deripaska, einst reichster Mann Russlands, hat den Zorn Wladimir Putins auf sich gezogen. Der Ministerpräsident beschimpfte den Unternehmer öffentlich als "Kakerlake".

Moskau - Der russische Oligarch Oleg Deripaska hat großen Ärger mit dem Kreml. Früher galt der Unternehmer als staatstreu, jetzt wird er von Ministerpräsident Wladimir Putin öffentlich gedemütigt. Im staatlichen Fernsehen beschimpfte Putin Deripaska und andere Superreiche in der vergangenen Woche als "Kakerlake".

Oleg Deripaska: Bei der Bevölkerung unbeliebt
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DPA

Oleg Deripaska: Bei der Bevölkerung unbeliebt

Grund ist offenbar ein Arbeitskampf in Deripaskas Unternehmen. Derzeit sind Berichten zufolge 63 Mitarbeiter einer sibirischen Papierfabrik in den Hungerstreik getreten. Dutzende protestierten gegen das Management. Putin stellt sich demonstrativ auf die Seite der Beschäftigten - und distanziert sich damit öffentlichkeitswirksam von dem in der Bevölkerung unbeliebten Oligarchen.

Deripaska ist in Deutschland kein Unbekannter: Als größter Anteilseigner des russischen Autoherstellers Gaz ist er indirekt an der Übernahme von Opel beteiligt. Das deutsche Unternehmen soll zu 20 Prozent an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna gehen und zu 35 Prozent an die staatliche russische Sberbank. Diese wiederum ist stark bei Gaz engagiert.

Die weltweite Wirtschaftskrise hat Russland hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist sprunghaft auf 7,7 Millionen gestiegen. Angesichts dieser Lage haben Putin und Präsident Dimitrij Medwedew öffentlich erklärt, die Oligarchen würden einfachen Leuten nicht genug helfen.

Das "Forbes"-Magazin schätzte Deripaskas Vermögen im vergangenen Jahr auf 28 Milliarden Dollar. Durch die Krise hat er jedoch einen Großteil davon verloren.

wal/Reuters

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