Wirtschaft



ThemaDeutsche BahnRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
11.06.2009
 

Deutsch-russische Allianz

Mehdorn soll Bahn-Deal in Moskau einfädeln

Er ist nicht mehr im Amt - aber im Auftrag der Bahn unterwegs: Ex-Konzernchef Mehdorn hält sich zusammen mit seinem Nachfolger Grube in Moskau auf. Das Ziel: eine enge Zusammenarbeit mit der russischen Staatsbahn. Deren Präsident plant einen Einstieg bei den Deutschen.

Moskau - Die Deutsche Bahn strebt eine engere Zusammenarbeit mit der russischen Staatsbahn RZD an. Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube hielt sich am Donnerstag zu Gesprächen mit der russischen Seite in Moskau auf. Grube sagte der Nachrichtenagentur dpa, es gebe eine "Reihe von Ideen" für einen Ausbau der Zusammenarbeit. Als Beispiel nannte er das Frachtgeschäft von China über Russland nach Europa.

Eisenbahn im Ural: "Im Moment kein Thema"Zur Großansicht
REUTERS

Eisenbahn im Ural: "Im Moment kein Thema"

Auf Spekulationen, wonach zwischen beiden Bahnen eine Überkreuzbeteiligung möglich wäre, ging er nicht näher ein. "Das ist im Moment kein Thema", sagte Grube.

Bei dem Besuch wurde Grube von seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn begleitet. Mehdorn hat offiziell alle Ämter bei der Deutschen Bahn niedergelegt, offenbar ist er aber noch beratend für seinen Nachfolger tätig. Die Zusammenarbeit mit Russland war schon zu Mehdorns Zeiten ein wichtiges Anliegen der Konzernführung.

Auf dem Moskauer Besuchsprogramm stand am Donnerstag auch ein Treffen mit dem Präsidenten der russischen Staatsbahn, Wladimir Jakunin. Der Konzernchef hatte zu Beginn der Woche erneut sein Interesse an einer Beteiligung bei der Deutschen Bahn deutlich gemacht. "Früher oder später werden unsere Unternehmen als Co-Eigentümer zusammenwirken", sagte er der "Financial Times Deutschland". Mit anderen Worten: Die russische Seite plant eine Überkreuzbeteiligung. Das heißt, dass die Russen Anteile an der Deutschen Bahn erwerben wollen, die ihrerseits Anteile an der RZD erhalten soll.

Ursprünglich wollte die RZD beim geplanten Börsengang der Deutschen Bahn rund fünf Prozent der Anteile übernehmen. Da die Deutschen den Zeitplan wegen der Finanzkrise nicht einhalten konnten, sind nun offenbar andere Optionen im Gespräch.

Der russische Eisenbahnmarkt gilt als der größte Europas. Auf dem 85.000 Kilometer langen Schienennetz werden jährlich 1,3 Milliarden Fahrgäste und 1,3 Milliarden Tonnen Fracht befördert. Die RZD steckt allerdings in finanziellen Schwierigkeiten. Bis zum Jahresende wird sie nach eigenen Angaben einen Schuldenberg von 7,2 Milliarden Euro anhäufen. Wegen der Wirtschaftskrise musste das Unternehmen rund 250.000 Beschäftigte in unbezahlten Urlaub schicken. Die RZD ist mit 1,2 Millionen Mitarbeitern Russlands größter Arbeitgeber.

wal/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 167 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.03.2010 von ulan 1: Fahrpreise senken

Wie wär`s mit spürbaren Fahrpreissenkungen? Das ergibt deutlich mehr Fahrgäste und unter dem Strich am Ende deutlich mehr Einnahmen. Und den hübschen Gewinn der DB beim Verkauf der Grundstücke beim Projekt 21 Stuttgart ( für [...] mehr...

19.03.2010 von ulan 1: Mag sein

Der Unterschied liegt wohl darin, dass der Schweiz und Österreich jeweils ein Mehdorn mitsamt seiner unfähigen Schickeria im Headquater am Sony - Platz erspart blieb. Beide Bahnen wollen auch nicht Global Player spielen und sich [...] mehr...

18.03.2010 von ulan 1: Behördenbahn

Die Zeiten waren glücklicher, für alle! mehr...

17.03.2010 von VorwaertsImmer: Als Bahnkunde....

..bin ich gegen Lohnerhöhungen. Die Fahrpreise würden teurer werden ohne das etwas für mich besser wird. Gegenvorschlag: Einführung einer Pünktlichkeitsprämie. Dafür zahle ich dann auch gerne 6% mehr. mehr...

13.03.2010 von Omen:

Die Bahn _ist_ ein 100%-iger Staatsbetrieb. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Behördenbahn wird sie bestimmt nie wieder werden. Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Auch in anderen Ländern hat man erfolgreich die [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles zum Thema Deutsche Bahn

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP