Düsseldorf - "Wir haben uns nach einer erneuten Prüfung von Unterlagen entschieden, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten", sagte die Essener Oberstaatsanwältin Angelika Matthiesen am Freitag. Bislang hatte sich die Anklagebehörde nur mit Vorermittlungen gegen Middelhoff befasst.
Hintergrund sind mögliche Verflechtungen mit Immobiliengeschäften des Karstadt-Mutterkonzerns. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte sich besorgt über einen SPIEGEL-Bericht geäußert, in dem es um die Beteiligung von Middelhoff und seiner Ehefrau an Karstadt-Immobilien geht.
Bevor Middelhoff 2004 zur damaligen KarstadtQuelle AG kam, hatten er und seine Frau sich an dem Oppenheim-Esch-Fonds beteiligt, der Karstadt-Immobilien im Portfolio hat. Der Fonds, den der Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch konzipiert hatte, kaufte im Jahr 2003 dem damals bereits klammen Karstadt-Konzern fünf Immobilien in Potsdam, Leipzig, München, Karlsruhe und Wiesbaden ab und vermietete sie anschließend für offenkundig horrende Mietzahlungen zurück.
Im Gegenzug gestand Esch zu, später einen Ausgleich an Arcandor
zu zahlen. Dieser Verpflichtung kam er aber später nicht nach. Kritiker lasten Middelhoff an, in seiner Zeit als Arcandor-Chef den Ausgleich nicht eingeklagt zu haben.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte ihre nordrhein-westfälische Amtskollegin Roswitha Müller-Piepenkötter gebeten, den Vorgang genauer zu prüfen. Das Ministerium hatte das Schreiben von Zypries an die Staatsanwaltschaft Essen weitergeleitet.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an Middelhoff wegen seines Engagements bei dem Fonds gegeben. Die Beteiligung an dem Fonds der Privatbank Sal. Oppenheim und des Projektentwicklers Josef Esch war auch Thema bei Hauptversammlungen gewesen. Middelhoff hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten. Im Zweifelsfall hätten die Interessen von Arcandor stets Vorrang gehabt.
Der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor hatte Anfang der Woche Antrag auf Insolvenz gestellt. Nachdem die Bundesregierung eine Staatsbürgschaft für das Handelshaus abgelehnt hatte.
mik/Reuters/AP
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...die ich mir stelle, ist die: die 15 mio-Abfindung soll aus welchem Finanztopf fliessen ??? Wenn diese aus der Insolvenzkasse käme, hätten wir hier wohl einen Straftatbestand, also noch einmal: woher sollen die 15 mio [...] mehr...
Nun ist die Handelskette pleite und wird aufgelöst, was Gestern noch ein sogenanntes strahlendes Unternehmen war ist nur noch ein Scherbenhaufen. Und da frage ich mich, wie sieht die bundesdeutsche Wirtschaft denn wirklich aus? [...] mehr...
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