Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
  • Merken
13.06.2009
 

Datenaffäre

Post speicherte Krankendaten von Mitarbeitern

Erst Lidl, jetzt die Post. Der Logistikkonzern hat nach SPIEGEL-Informationen an einigen Standorten Krankenakten über Mitarbeiter geführt. Darin vermerkten die Verantwortlichen intimste Details über den Gesundheitszustand der Angestellten.

Hamburg - Schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Post Chart zeigen: Über Jahre hinweg hat der Konzern in einigen großen Briefniederlassungen elektronische Krankenakten von Mitarbeitern geführt. Dies geht aus Unterlagen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.

Briefzentrum der Post: Beschreibungen von psychischen Erkrankungen
Zur Großansicht
ddp

Briefzentrum der Post: Beschreibungen von psychischen Erkrankungen

Danach wurden selbst intimste Krankheitsdetails über die Mitarbeiter auf den Post-Computern gespeichert. Neben genauen Beschreibungen von psychischen Erkrankungen wie Depressionen finden sich Zustandsbeschreibungen von Mitarbeitern mit schweren Herzerkrankungen oder auch von Angestellten mit Darminfekten.

MEHR ZUM THEMA

Im neuen SPIEGEL 25/2009:

Wir Krisenkinder
Wie junge Deutsche ihre Zukunft sehen?
Tim Fulda für den SPIEGEL (4); laif(1)
Verbunden sind die Krankheitsdaten und -beschreibungen häufig mit klaren Handlungsempfehlungen. So heißt es in den Akten etwa, dass in Gesprächen auf die Patienten eingewirkt werden soll, in Vorruhestandsregelungen einzuwilligen oder ihr Tätigkeitsfeld im Unternehmen zu wechseln.

Die Deutsche Post AG räumt ein, dass solche Akten geführt wurden und dass damit in eklatanter Form gegen geltende Datenschutzbestimmungen verstoßen wurde. Allerdings, so Personalvorstand Walter Scheuerle, sei dies nach Kenntnis des Unternehmens nur in zwei Briefzentren der Fall gewesen.

Bereits im vergangenen Jahr sei die Post durch interne Untersuchungen auf die Vorkommnisse gestoßen und habe sofort alle notwendigen organisatorischen und personellen Konsequenzen gezogen.

Man habe alles getan, um eine Wiederholung auszuschließen. Trotzdem, heißt es bei der zuständigen Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, müsse der Vorgang nun "rigoros aufgeklärt" werden.

Der Fall ähnelt jener Datenaffäre, die Anfang April den Discounter Lidl erschütterte. Der SPIEGEL hatte aufgedeckt, dass der Handelskonzern die Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten hat - obwohl das arbeitsrechtlich bedenklich ist. Datenschützer hatten empört reagiert und den Vorgang überprüft.

suc

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern