Frankfurt - 311 Filialen besitzt die insolvente Billig-Kaufhauskette Woolworth in Deutschland - 170 bis 190 davon will Insolvenzverwalter Ottmar Hermann binnen weniger Monate schließen. Das bestätigt ein Sprecher des Unternehmens. Damit wird voraussichtlich mehr als die Hälfte der 9700 Beschäftigten ihre Arbeit verlieren.
Ein Investor für die gesamte Kette, die im April Insolvenz anmelden musste, sei nicht in Sicht, sagte der Sprecher. Überlebensfähig seien demnach vor allem mittelgroße Filialen mit 30 bis 40 Mitarbeitern. Für einzelne oder Pakete von Filialen lägen Angebote vor. Die Interessenten wollten dort aber keine Kaufhäuser unter der Marke Woolworth betreiben. Die Läden gehören ohnehin nicht dem Unternehmen, ein Drittel liegt allein beim Finanzinvestor Cerberus.
Die britische Unternehmen Gordon Brothers, das sich auf die Restrukturierung von Einzelhandelsimmobilien spezialisiert hat, soll sich für 130 der Immobilien interessieren. Auch die Ketten dm und Tengelmann haben Interesse an einzelnen Filialen angemeldet.
Anfang Juli soll dem Sprecher zufolge das Insolvenzverfahren über Woolworth Deutschland eröffnet werden. Bis dahin muss eine Transfergesellschaft stehen, in die nach dem Willen Hermanns alle Beschäftigten für mindestens sechs Monate wechseln sollen. Aus ihr können sich die möglichen Investoren die Beschäftigten aussuchen, die sie übernehmen wollen.
Der Sprecher sagte, der Gesamtbetriebsrat werde bis zum Montag entscheiden, ob er der Gründung der Transfergesellschaft zustimmt. Bis zur Mitte der Woche soll dann das Fortführungskonzept stehen.
hut/Reuters
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