Wirtschaft



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22.06.2009
 

Ifo-Index

Besseres Geschäftsklima nährt Hoffnungen auf Konjunkturwende

Die Aufschwungs-Hoffnungen wachsen: Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts ist im Juni stärker als von Ökonomen erwartet gestiegen - und den dritten Monat in Folge im Plus. Traditionell bedeutet das eine Trendwende, Experten warnen aber noch vor verfrühter Euphorie.

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni erneut leicht verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex erhöhte sich von 84,2 Punkten im Mai auf 85,9 Punkte, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte.

Der Anstieg übertraf die Erwartungen der Konjunkturexperten. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 84,2 Punkten im Vormonat auf 85,1 bis 85,3 Punkte gerechnet.

Hamburger Hafen: Hoffnung auf Konjunkturwende
DPA

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Die Unternehmen blicken laut der jüngsten Umfrage noch einmal optimistischer als im Vormonat auf das kommende halbe Jahr. Der Index für die Geschäftserwartungen kletterte entsprechend von 86,0 Punkten auf 89,5 Punkte. Ihre derzeitige Lage beurteilten die Firmen minimal schlechter als im Mai. Der Lage-Index fiel von 82,5 Punkten auf 82,4 Punkte. Von April auf Mai hatte er noch deutlich stärker nachgegeben.

Ifo-Index im Juni
Deutschland Mai Juni
Geschäftsklima 84,3 85,9
Geschäftsbeurteilung 82,5 82,4
Geschäftserwartung 86,0 89,5
Quelle: Ifo-Institut, 22. Juni 2009
Der monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Für die deutsche Wirtschaft bedeutet sein erneuter Anstieg ein äußerst positives Signal: Ökonomen sprechen von einer Trendwende, wenn der Ifo-Index drei Mal nacheinander von seinem vorherigen Trend abweicht - diese Bedingung ist nun erfüllt.

Trotz der günstigen Entwicklung seit April äußern sich Experten aber noch zurückhaltend. "Bislang signalisieren die Stimmungsindikatoren allenfalls, dass sich die Rezession im Euroraum dem Ende nähert", heißt es bei der Commerzbank. Über die Stärke der anschließenden Erholung sagten die Kennzahlen jedoch noch nichts aus.

Zwar sei ein Anstieg der Stimmungsindikatoren eine notwendige, nicht aber eine hinreichende Bedingung für eine konjunkturelle Erholung. "Erst wenn auch die Auftragseingänge eindeutig gedreht haben, kann man mit ziemlicher Sicherheit von einer baldigen Erholung der Wirtschaft ausgehen."

Auch die WestLB gibt sich vorsichtig und verweist auf die hohe Bedeutung der Lage-Einschätzung seitens der befragten Unternehmen. Prinzipiell würde eine bessere Beurteilung der aktuellen Lage zwar die Aussicht auf eine konjunkturelle Stabilisierung erhärten, allerdings sei weder für Juni noch für die Monate danach mit einer spürbaren Erholung dieser Komponente zu rechnen. Mithin dürfte das Ifo-Geschäftsklima vor allem durch die Erwartungshaltung beflügelt werden.

David Milleker, Chefvolkswirt bei Union Investment, sagte: "Der Ifo-Index gibt oft Fehlsignale in Phasen, in denen die Erwartungs- und Lageeinschätzung stark voneinander abweichen. Derzeit hat sich die Lage leicht stabilisiert, während die Erwartungen deutlich in die Höhe schießen. Aussagekräftig ist eher die Lage: Die Konjunktur ist weiter mau. Erwartungsblasen haben wir schon oft gesehen. Hier schon ein Aufschwungsignal herauszulesen, wäre definitiv zu früh. 2002 und 2004 hatten wir solche Erwartungsblasen, und die Lageeinschätzung hat sich damals kaum bewegt: Wir mussten lange auf den Aufschwung warten. Ein gutes Zeichen für einen Aufschwung wäre, wenn die Lage den Erwartungen vorausläuft."

Auch der deutsche Aktienmarkt reagierte kaum auf die neuesten Ifo-Zahlen. "Lediglich ein weiterer Frühindikator, der für eine Erholung spricht", sagte ein Beobachter. "Was der Markt jetzt aber braucht, sind sich verbessernde realwirtschaftliche Kennzahlen, also harte Fakten", fügte er hinzu. Die weitere Aufhellung sei bereits "eingepreist".

ssu/dpa/ddp/Reuters

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