Wirtschaft



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22.06.2009
 

Rezession

Zahl der US-Sozialhilfeempfänger schnellt hoch

Die Rezession wird zum Belastungstest für die wenig krisenerprobte Sozialversicherung in den USA. Die Zahl der Amerikaner, die staatliche Unterstützung bekommen, ist binnen eines Jahres deutlich gestiegen - in einigen Bundesstaaten kletterte die Zahl der Hilfeempfänger gar um mehr als 20 Prozent.

New York - Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in den USA ist binnen eines Jahres deutlich gestiegen. 23 der 30 größten US-Bundesstaaten, in denen 88 Prozent der Bevölkerung leben, zahlen aktuell mehr Geld an Bedürftige als vor einem Jahr. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine Untersuchung, die zusammen mit der National Conference of State Legislatures durchgeführt wurde.

Lebensmittel-Ausgabestelle für Bedürftige in Washington: Zahl der Sozialhilfeempfänger gestiegen
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AFP

Lebensmittel-Ausgabestelle für Bedürftige in Washington: Zahl der Sozialhilfeempfänger gestiegen

Dem Bericht zufolge stiegen die Sozialhilfeausgaben vor allem in den Bundesstaaten an, in denen die Arbeitslosenquote hoch ist, obwohl Erwerbslose in den USA befristet Arbeitslosengeld beziehen können. Diese staatliche Unterstützung wurde bei der Erhebung zur Sozialhilfe nicht mit erfasst.

Wie das "Wall Street Journal" schreibt, legten die Sozialhilfeausgaben am stärksten im Bundesstaat Oregon zu. Sie lagen im März um 27 Prozent über dem Vorjahresniveau. In South Carolina schnellten die Ausgaben um 23 Prozent nach oben, Kalifornien gab zehn Prozent mehr für Bedürftige aus. Weniger Belastungen brachte die Rezession für Bundesstaaten wie Michigan und New Jersey. Dort sank die Zahl der Transferempfänger leicht.

Obwohl das aktuelle Sozialversicherungssystem der USA bereits 1996 von Präsident Bill Clinton eingeführt wurde, gilt die aktuelle Krise unter Experten als erster wirklicher Belastungstest. Mitte der neunziger Jahre waren mehr als fünf Millionen US-Amerikaner als Bedürftige registriert, seitdem ging die Zahl zurück.

Als Belastung für die Wohlfahrtsstaatsetats erweist sich derzeit, dass die Ausgaben steigen und gleichzeitig die Beitragseinnahmen sinken. Zudem belastet der gestiegene Bedarf an direkten Hilfszahlungen in einigen Bundesstaaten die Budgets, aus denen auch Trainingsmaßnahmen für Arbeitslose finanziert werden sollen.

Allerdings stellten Experten fest, dass die Zunahme bei den Sozialhilfeempfängern das Ausmaß der Krise nicht vollständig abbildet. Dramatisch wirkt die Entwicklung beim Hilfsprogramm mit Essensmarken. Im März lag die Zahl der US-Bürger, die Verpflegungsmarken erhalten 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Essensmarken sind in den USA einfacher zu bekommen als Sozialhilfe.

tko

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