Wirtschaft



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23.06.2009
 

USA

Obama unterzeichnet verschärftes Tabakgesetz

Der amerikanischen Tabakindustrie stehen massive Einschränkungen bevor: US-Präsident Barack Obama hat ein Gesetz unterschrieben, das der Branche deutlich strengere Auflagen macht. Zigarettenhersteller müsse Schachteln mit Warnbildern versehen, spezielle Geschmackszusätze werden verboten.

Washington - Das verschärfte Gesetz zur Regulierung der Tabakindustrie in den USA sieht unter anderem vor, dass Zigaretten künftig nicht mehr als "light" oder "ultra-light" angepriesen werden dürfen. Zudem werden Zigaretten mit speziellen süßen oder fruchtigen Geschmackszusätzen, die vor allem auf junge Raucher abzielen, verboten. Auch die Tabakwerbung wird drastisch eingeschränkt. Alle Zigarettenschachteln müssen mit großen Warnbildern versehen werden. Die US-Gesundheitsbehörde (FDA) erhält neue, weitgehende Befugnisse, die es beispielsweise erlauben, Obergrenzen für den Nikotingehalt zu bestimmen.

Zigarette: In den USA künftig ohne spezielle GeschmackszusätzeZur Großansicht
AP

Zigarette: In den USA künftig ohne spezielle Geschmackszusätze

"Es ist ein Gesetz, dass amerikanische Leben retten wird", sagte Obama bei der Unterzeichnung des Gesetzes im Rosengarten des Weißen Hauses."Der seit Jahrzehnten andauernde Kampf zum Schutz unserer Kinder vor den schädlichen Wirkungen des Rauchens hat sich endlich siegreich gezeigt", sagte Obama. Der Präsident spielte auch auf seinen ganz persönlichen Kampf gegen den Tabak an. Er sei als Jugendlicher verführt worden. "Ich weiß, wie schwierig es ist, diese Gewohnheit wieder zu durchbrechen", sagte Obama.

Senat und Repräsentantenhaus hatten dem Gesetzentwurf in der ersten Junihälfte bereits mit großen Mehrheiten zugestimmt. Es handelt sich um das schärfste Gesetz gegen die Tabakindustrie seit der offiziellen Feststellung der US-Gesundheitsbehörden vor 45 Jahren, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Die Anti-Raucher-Lobby hatte das Gesetz begrüßt. "Es geschehen noch Wunder", sagte der demokratische Senator Edward Kennedy.

Kritiker betonen seit Jahren, "Light"-Zigaretten mit weniger Teergehalt seien nicht weniger gesundheitsschädlich als normale Zigaretten. Als besonderen Erfolg sahen sie die neuen Befugnisse der Gesundheitsbehörde. Sie kann künftig Standards für die chemische Zusammensetzung von Zigaretten bestimmen. Experten hoffen, dass die Behörde zumindest einige der etwa 60 krebserregenden Stoffe im Tabak verbietet. Zigaretten mit niedrigem Nikotingehalt könnten es zudem Rauchen erleichtern, von ihrer Sucht loszukommen. Die FDA kann allerdings Zigaretten nicht pauschal verbieten, und sie kann den Nikotingehalt auch nicht auf null reduzieren.

Trotz bereits vorhandener strikter Rauchverbote in den meisten Bundesstaaten sterben in den USA jährlich schätzungsweise 400.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Jeder fünfte Amerikaner raucht.

wit/AP/AFP/Reuters/dpa

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