Berlin - Zu wenig Geld, zu viel Stress, zu wenig Freizeit: Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland beurteilt seinen Job als schlecht. Nur eine Minderheit ist dagegen zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Donnerstag vorstellte.
Lediglich zwölf Prozent bewerteten ihren Job demnach als positiv. Kriterien waren dabei etwa das Einkommen oder die Belastung bei der Arbeit. Immerhin ist mit 55 Prozent die Mehrheit der Arbeitnehmer einigermaßen zufrieden, heißt es in dem sogenannten "DGB Index Gute Arbeit".
Laut Gewerkschaftsbund handelt es sich dabei um eine repräsentative Umfrage - rund 8000 Arbeitnehmer aller Berufsgruppen, Regionen, Einkommensgruppen, Betriebsgrößen und Arbeitsverhältnisse seien stichprobenartig befragt worden.
Große Unterschiede gibt es laut DGB zwischen Ost und West: Während in den westdeutschen Bundesländern 13 Prozent der Beschäftigten von guter Arbeit berichteten, waren dies in den ostdeutschen Bundesländern lediglich acht Prozent. Schlechte Arbeitsbedingungen beklagten im Westen 31 Prozent, im Osten dagegen 40 Prozent.
Die Erklärung des Gewerkschaftsbunds für den großen Unterschied zwischen Ost und West ist nicht überraschend: Die Einkommen in den ostdeutschen Ländern seien auch 20 Jahre nach dem Mauerfall niedriger als im Westen, sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Auch sei die Angst um den Arbeitsplatz in den ostdeutschen Bundesländern sehr stark verbreitet.
Sommer beklagte, dass es weiterhin ein sogenanntes West-Ost-Gefälle gebe. Da die aktuellen Zahlen im ersten Quartal des Jahres erhoben worden seien, spiegelten sie noch nicht die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise wider. Er forderte, langfristig gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West zu schaffen.
yes/ddp
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