Berlin - 507.000.000.000 Euro - es ist eine gigantische Zahl, die vor allem denjenigen Deutschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren worden sind, große Sorge bereiten sollte. 507 Milliarden Euro - so viel Geld müssen sich Bund, Länder und Gemeinden laut "Handelsblatt" bis 2013 leihen. Deutschland muss damit so viele Schulden wie noch nie machen. Kommende Woche soll der Finanzplanungsrat die Rekordsumme absegnen.
Schuldenuhr: Verheerende Belastung für kommende Generationen
Die Bundesregierung hatte vergangene Woche für den Bund allein mit einer Neuverschuldung von 86 Milliarden Euro für 2010 den größten Schuldenhaushalt in der bundesdeutschen Geschichte beschlossen. Schon für das laufende Jahr rechnet Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) damit, dass Deutschland mit einem Wert um die vier Prozent die europäische Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts reißen wird. Erst für 2013 oder 2014 hält er es für möglich, diese Marke wieder unterschreiten zu könne.
Die Folgen einer solchen Rekordverschuldung wären verheerend. Insgesamt würde das Staatssoll auf bis zu zwei Billionen Euro anschwellen. Bei einem Zins von vier Prozent müsste der Staat dann jährlich 80 Milliarden Euro Zinsen zahlen - das entspricht etwa einem Sechstel der gegenwärtigen Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden.
Für die kommenden Generationen bedeutet das eine gewaltige Belastung. Vor allem wer zwischen 1980 und 2000 geboren wurde, hat schlechte Karten. Denn diese Jahrgänge trifft die schwere Last der Staatsverschuldung am härtesten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Berenberg Bank und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), die am Dienstag vorgestellt wurde.
Das Ausmaß der Staatsverschuldung sei besorgniserregend, schreiben die Autoren. Sie warnen daher eindringlich vor den Folgen des Lebens auf Pump: Dieses könne zu enormen "intergenerativen Verwerfungen" führen. Soll heißen: Die unterschiedliche Altersgruppen werden sehr verschieden von den Auswirkungen betroffen und belastet sein. Konkrete Folgen nennen die Autoren aber nicht.
ssu/Reuters
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