Wirtschaft



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02.07.2009
 

Zentralbank

EZB belässt Leitzins bei 1,0 Prozent

Entscheidung der obersten Währungshüter: Der Leitzins im Euro-Raum bleibt unverändert - trotz anhaltender Wirtschaftskrise. Eine baldige Erhöhung ist nicht in Sicht.

Luxemburg - 1,0 Prozent - auf diesem Niveau soll sich der Leitzins im Euro-Raum vorerst stabilisieren. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Luxemburg mit.

EZB-Präsident Trichet: Oberster Hüter der europäischen WährungZur Großansicht
REUTERS

EZB-Präsident Trichet: Oberster Hüter der europäischen Währung

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Geld der Zentralbank war seit Oktober 2008 in mehreren Schritten gesenkt worden - und liegt seit Mai auf dem jetzigen Rekordtief.

Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können so die schwächelnde Wirtschaft ankurbeln. Für Sparer hat der niedrige Leitzins allerdings einen negativen Effekt: Ihre Sparguthaben werden ebenfalls niedriger verzinst.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte zuletzt eine weitere Senkung nicht ausgeschlossen. Zugleich betonte er aber, dass der EZB-Rat das aktuelle Niveau für angemessen hält.

Auch Volkswirte hatten für diesen Donnerstag nicht mit weiteren Zinsschritten gerechnet. Die Experten erwarten aber, dass der Leitzins bis weit ins nächste Jahr hinein auf seinem Rekordtief verharren und dann wieder steigen wird. Die Commerzbank schreibt: "Wir gehen davon aus, dass die EZB erst im vierten Quartal 2010 beginnt, ihren Leitzins zu erhöhen."

Beobachter erwarten nun, dass Trichet weitere Details zum 60 Milliarden Euro umfassenden Ankauf von Pfandbriefen ("Covered Bonds") bekanntgeben wird. Das Programm soll im Juli beginnen und bis spätestens Ende Juni 2010 voll umgesetzt sein. Ziel ist es, die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen und Banken zu verbessern und die noch immer lahmende Wirtschaft anzukurbeln.

So hatte die EZB erst vor einer Woche die Rekordsumme von 442 Milliarden Euro in die Finanzmärkte gepumpt, um die Banken zu einer verstärkten Vergabe von Krediten zu bewegen.

yes/dpa/AP

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