Fürth/Freudenstadt - Das Hickhack um den Quelle-Katalog geht in eine neue Runde. Nachdem CSU-Parteichef Horst Seehofer und sein Parteikollege, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, dem insolventen Versandhaus nach wochenlangem Streit doch noch Geld für den Druck gegeben hatten, stellt sich nun mit der Schlott-Gruppe ein Geschäftspartner quer.
Das Unternehmen hat die Produktion des Katalogs vorläufig gestoppt. Bislang sei nicht gewährleistet, dass der Katalog auch bezahlt werde, sagte ein Sprecher am Freitag. Der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen hatten Quelle einen Massekredit über 50 Millionen Euro gegeben. Es sei aber bisher nicht klar, wofür der Insolvenzverwalter das Geld einsetzen werde, sagte Walz. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte "Focus Online", die Kreditverträge mit den Banken seien noch nicht unter Dach und Fach. Quelle werde wahrscheinlich erst Anfang bis Mitte nächster Woche wieder flüssig sein.
Die Schlott-Gruppe druckt etwa ein Drittel der Gesamtauflage. Die anderen zwei Drittel kommen von der Druckerei Prinovis. Auch diese hat die Arbeiten ausgesetzt, wie ein Firmensprecher am Freitag mitteilte. Hintergrund sei ein Eigentumsvorbehalt, den Schlott und eine weitere Druckerei hinsichtlich vorproduzierter Bögen gemacht hätten. Diese verpflichte Prinovis dazu, sämtliche Arbeiten einzustellen.
Für Quelle ist der vorläufige Stopp ein Desaster - der Versandkatalog ist für den Warenverkauf enorm wichtig. Entsprechend beschleunigten Arcandor
-Aktien am Freitag im frühen Handel ihre Talfahrt. Sie brachen zeitweilig um acht Prozent ein.
In der Bevölkerung sorgt das Hin und Her um die Quelle-Rettung inzwischen für Unmut. Eine klare Mehrheit der Bürger ist laut ZDF- Politbarometer gegen den 50-Millionen-Euro-Kredit von Bund und Ländern. 64 Prozent lehnen ihn ab und 31 Prozent finden ihn richtig, ergab die am Freitag veröffentlichte Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen bei 1206 Wahlberechtigten. Keine Angabe machten fünf Prozent. Dabei gab es laut der Forschungsgruppe wenig Unterschiede unter den Anhängern der verschiedenen politischen Parteien.
ssu/AFP/dpa
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