Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
03.07.2009
 

Ärger mit Ex-Mitarbeiter

Honorarstreit könnte Sparkassen-Datenproblem ausgelöst haben

Neue Erkenntnisse im Skandal bei der Sparkasse Köln/Bonn: Dahinter steckt nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa offenbar ein Streit um Honorare und vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Finanzinstut und einem Berater.

Köln - Der mutmaßliche Datenskandal bei der Sparkasse Köln/Bonn könnte bald aufgeklärt sein. Laut Nachrichtenagentur dpa ist die Panne offenbar durch einen Streit zwischen dem Finanzinstitut und einem ehemaligen Berater ausgelöst worden. Dabei soll es vor allem um Geldfragen gegangen sein.

Sparkasse Köln/Bonn: Ärger mit einem Ex-Berater
Zur Großansicht
DPA

Sparkasse Köln/Bonn: Ärger mit einem Ex-Berater

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass bei dem Berater vertrauliche Kunden- und Mitarbeiterdaten der Sparkasse auf 25 Festplatten lagern. Der Mann hatte im WDR angegeben, die Daten ohne Abgabe einer sonst üblichen Vertraulichkeitserklärung und ohne Anonymisierung erhalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft Köln schaltete sich daraufhin ein, um die Vorwürfe zu prüfen.

Nun scheint der Berater allerdings zurückzurudern: Er habe im Laufe seiner Tätigkeit Vertriebsdaten von der Sparkasse erhalten, darunter aber nur vereinzelt Kundendaten, die er auf Papier bekommen und inzwischen vernichtet habe, sagte er der dpa.

Der Berater war mehrere Jahre als freier Mitarbeiter bei der Sparkasse tätig. Nach Angaben von Sparkassen-Sprecher Norbert Minwegen hat er unter anderem Schulungsvideos und Lehrbücher erstellt. In dem Zusammenhang hat der Berater nach eigenen Angaben "alle möglichen Daten" auf Papier oder als E-Mail von verschiedenen Sparkassen-Mitarbeitern bekommen.

Doch schon 2005 hat der Mann laut Sparkasse eine Vereinbarung unterzeichnet, in der er sich unter anderem zur Verschwiegenheit verpflichtete. Dagegen behauptet der Berater: "Ich habe in meinen Unterlagen keinen Vertrag gefunden." Es habe nur mündliche Absprachen gegeben.

19.000 Euro soll der Berater pro Monat verdient haben

Ende 2008 - kurz nach dem Vorstandswechsel in der Sparkasse - "hat man ihm signalisiert, dass seine Projekte auslaufen sollen", sagte Minwegen. Deshalb habe der Berater eine "Vertraulichkeitserklärung" unterschreiben sollen, die unter anderem regeln sollte, wie mit den Daten und den erstellten Materialien umzugehen sei. "Es ging zum Beispiel darum, ob er einen Schulungsfilm für die Sparkasse auch anderswo verwenden darf", erläuterte Minwegen. "Gleichzeitig führten wir eine Diskussion um finanzielle Fragen mit ihm." Der Berater weigerte sich, die Erklärung zu unterschreiben.

Ende vergangenen Jahres habe die Sparkasse ihm mitgeteilt, dass er zumindest noch drei Monate lang bei vollem Honorar - 19.000 Euro im Monat - weiterbeschäftigt werde, sagte der Berater. "Stattdessen haben die mir Mitte Januar plötzlich das Gehalt um die Hälfte gekürzt." Danach sei der Streit mit der Sparkasse eskaliert und habe sich immer weiter hochgeschaukelt.

Zu allem Überfluss sei dann auch noch sein Name im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den früheren Sparkassen-Chef Dietmar Binkowska in Verruf geraten, klagte der Berater. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund einer anonymen Anzeige seit einigen Monaten gegen Binkowska - den heutigen Chef der NRW.Bank. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt, weil er den ihm bekannten Berater mit Scheinaufträgen versorgt haben soll. Dies ist aber sowohl aus Sicht der Sparkasse als auch aus der des Beraters falsch.

Die Kölner Staatsanwaltschaft werde die aktuellen Daten-Vorwürfe dennoch im Zuge des laufenden Ermittlungsverfahrens prüfen, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld. Die Sparkasse hat zivil- und strafrechtliche Schritte gegen den Berater eingeleitet, mit denen sie auch die Rückgabe aller Daten erreichen will. Daraufhin ging der Berater an die Öffentlichkeit. Er sei im WDR aufgetreten, weil er nach eigenen Angaben "von der Sparkasse unter Druck gesetzt wurde und ich wollte, dass die Wahrheit rauskommt".

Von Petra Albers/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP