Berlin - Jugendliche wissen nur wenig über wirtschaftliche Zusammenhänge. Einer Studie des Bankenverbandes zufolge weiß nur etwa die Hälfte aller 14 bis 24-Jährigen, was eine Inflationsrate ist. Nur sechs Prozent beantworteten demnach die Frage nach der Höhe der Teuerungsrate korrekt. Jeder Zweite gab zu, dass er sich in Geld- und Finanzfragen nicht auskennt. Mehr als 50 Prozent sagten, sie hätten keine Ahnung von dem, was an der Börse geschieht. Das Mannheimer Ipos-Institut befragte für die Studie rund 750 Jugendliche und junge Erwachsene per Telefon.
Um die ökonomische Bildung von Jugendlichen zu verbessern will der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Manfred Weber, deshalb ein Schulfach "Wirtschaft" einführen. "Nur wer versteht, wie Wirtschaft funktioniert, kann sein Leben wirklich eigenverantwortlich gestalten", sagte Weber. Auch die meisten Schüler wünschten sich eine bessere Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge in der Schule, betonte er.
Die Umfrage, die zum dritten Mal erhoben wurde, untersuchte auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Leben der Jugendlichen. Die meisten gaben an, nichts von der Rezession zu spüren. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) bezeichneten ihre wirtschaftliche Lage wie in den Vorjahren als gut.
Der Studie zufolge sehen 86 Prozent der 14- bis 24-Jährigen ihre Zukunft eher optimistisch. 88 Prozent halten ihre beruflichen Aussichten für gut oder sehr gut. Dabei wissen die Jugendlichen durchaus um die Wirtschafts- und Finanzkrise: Zwei Drittel sagten, die Krise sei in ihrer Umgebung ein häufiges Gesprächsthema, vor allem in der Schule, am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Ähnlich wie bei der Elterngeneration gibt es auch unter den Jugendlichen viele Sparer. 56 Prozent sagten, sie sparten regelmäßig. Jeweils ein Viertel davon legen nach eigenen Angaben im Monat bis zu 20 Euro, zwischen 20 und 50 Euro oder zwischen 50 und 200 Euro zurück.
beb/AFP
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